So wird Ihr erster Teamworkshop zum Erfolg

Kolumne: First-Time Leadership | Katrin Grunwald, Teamentwicklerin und Coach für First-Time Leader, verrät Ihnen 5 Tipps für einen gelungenen Workshop.


Workshops können die Teamdynamik und -interaktion fördern (Symbolbild)

Die letzten Kolumnen haben Ihnen viele Tipps gegeben, wie Sie sich Ihrem Team vorstellen und die Teammitglieder kennenlernen. Doch nicht nur das Kennenlernen der einzelnen Teammitglieder ist wichtig, auch das der Teamdynamik und der Interaktion untereinander ist zentral für Sie als First-Time Leader. Wo könnte das besser gehen als in einem Teamworkshop? Diese 5 Tipps helfen Ihnen, einen gelungenen ersten Teamworkshop durchzuführen.


1.  Warum?

Das Ziel eines Teamworkshops im ersten Monat ist es, ihnen und dem Team einen Raum zu bieten, um ein frühzeitiges Verständnis der jeweiligen Arbeitsstile, Kommunikationsmuster und inhaltlichen Prioritäten zu bekommen, so dass alle schnellstmöglich gut zusammenarbeiten können.


Der Aufbau des hier vorgeschlagenen ersten Teamworkshops basiert auf dem etablierten „New Manager Assimilation Program“ z.B. bei General Electric:

09:00 Start & Einleitung durch die Teamleitung (Ziel, Workshop-Regeln,.. ) 09:10 Blick in die Vergangenheit 10:30 Pause 10:45 Antworten zu den Fragen des Teams an Sie

11:00 Blick in die Zukunft 12:15 Aktionsplan 12:30 Ende – Gemeinsames Mittagessen (optional)


2.  Vorbereitung

Für den ersten Teamworkshop sollten Sie mindestens einen halben Tag einplanen, die hier vorgestellten Zeiten können Sie aber mit dem Team gemeinsam anpassen und ausweiten.

Idealerweise trifft sich das gesamte Team außerhalb des Büros, dort hat man den Kopf besser frei von operativen Themen. Sollten Sie ihn im Büro abhalten wollen, empfehle ich einen anderen Meetingraum als den, den Sie sonst nutzen. Auch das zeigt Ihrem Team „es ist etwas anders, wir nehmen uns Zeit für uns als Team“. Falls Sie den Workshop virtuell machen möchten, geht dies natürlich auch. Sie brauchen eine Videoplattform (Zoom, etc.) und ein virtuelles Whiteboard (Miro, etc.). Die Moderation können Sie übernehmen oder vielleicht haben Sie in Ihrem Team auch interne Moderatoren bzw. ein externer Team Coach unterstützt Sie. Falls Sie selber moderieren, empfehle ich Ihnen symbolisch „2 Hüte“ zu nutzen und klar zu kommunizieren, wann Sie als Moderator:in und wann als Führungskraft sprechen.


Zur Vorbereitung gehört auch, die Flip-Charts bzw. virtuellen Boards mit den Fragen unten vorzubereiten. Weiteres Equipment für einen physischen Workshop sind ausreichend Flip-Chart Blätter, große Marker und Klebeband.


3.  Blick in die Vergangenheit

Nach einer Einleitung geht es zuerst darum, in die Geschichte des Teams zu schauen. Hierzu hängen Sie die Flip-Charts mit den Fragen 1-5 im Raum auf. Jedes Teammitglied bekommt einen Stift und hat 30 Minuten Zeit.

1.  Was wissen wir bereits über unsere neue Führungskraft?

2.  Was wissen wir noch nicht, würden es aber gerne wissen?

3.  Was sollte unser:e neue:r Teamleiter:in über uns als Team wissen?

4.  Welches waren unsere größten Herausforderungen im vergangenen Jahr? Wie haben wir sie gelöst?

5.  Worauf sind wir in unserem Team stolz?

Als Führungskraft können Sie in dieser Zeit den Raum verlassen. Falls Sie Ihr Leader:in-Manifest noch nicht mit dem Team geteilt haben, können Sie die Zeit auch nutzen, um die wichtigsten Punkte auf einem Flip-Chart für eine Vorstellung im Anschluss zusammenzutragen.

Anschließend hat Ihr Team dann 20 Minuten Zeit, Sie zu den Flip-Charts zu debriefen. 10 Minuten könnten Sie zudem für die Vorstellung Ihres Leader:in-Manifests einplanen um dem Team auch einen Blick in Ihre Vergangenheit zu geben. Der Rest der Zeit ist Puffer für eine Diskussion.

In der Pause können Sie sich Antworten zu den Fragen vom Flip-Chart Nr. 2 überlegen. Diese teilen Sie dann nach der Pause.


4.  Blick in die Zukunft

Nun ist es an der Zeit, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Lassen Sie das Team auf weiteren Flip-Charts die folgenden Fragen bearbeiten:

1. Worin sehen wir die größten Herausforderungen für das nächste Jahr? Welche Vorschläge haben wir, um sie zu bewältigen?

2. Welche Unterstützung wünschen wir uns von unserem:r neuen Teamleiter:in?

Parallel dazu arbeiten Sie an ähnlichen Fragen:

3. Worin sehe ich die größten Herausforderungen für das nächste Jahr?

4. Welche Erwartungen habe ich an das Team?

20 Minuten für das Brainstorming und ca. 40 Minuten für das Debriefing bzw. die Diskussion darüber, wie ihr in Zukunft zusammenarbeiten wollt, sollten reichen.


5.  Ein guter Abschluss

Notieren Sie sich als Team auf einem Aktionsplan die besprochenen Aktionen z.B. „wer macht was mit wem bis wann?“ Ein gemeinsames Mittagessen im Anschluss und eine Besprechung am Nachmittag über operative To Do's bieten sich an.

Dieser erste Team Workshop wird Ihnen als Team helfen, sich schnell gegenseitig besser zu verstehen und eine gemeinsame Ausrichtung des Teams für die kommende Zeit zu finden. Teamzeit ist immer eine gut investierte Zeit!


Über die Autorin:

Katrin Grunwald ist Teamentwicklerin und Coach für First-Time Leader. Als Gründerin der Beratung „The Globe Team“ in München begleitet sie angehende Führungskräfte bei einem erfolgreichen Start in die erste Führungsrolle und Teams weltweit dabei, besser zusammenzuarbeiten. Sie wird in ihrer Kolumne konkrete Tipps und Tricks aus ihrer Erfahrung in europäischen Konzernen, Start-Ups, Regierungsorganisationen und NGOs teilen. Für alle, die auf dem Sprung in die erste Führungsrolle und darüber hinaus sind.