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Neujahrsvorsatz Jobwechsel: Das solltest Du beachten

Gastbeitrag | Neues Jahr, neues Glück? Viele nehmen sich zum Jahreswechsel ambitionierte Ziele vor – auch beruflich. Doch ist der Januar ein guter Zeitpunkt, um sich auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen? Unsere Gastautorin Sabine Votteler war 25 Jahre lang Führungskraft, bevor sie sich mit Ende 40 selbstständig machte. Sie gibt Dir wertvolle Tipps, wie der Jobwechsel gelingt.


Symbolbild (Pexels)

Der magische Moment zum Jahreswechsel, wenn man seinem Gegenüber im Spiegel tief in die Augen blickt und sich fest vornimmt, in diesem Jahr endlich etwas zu ändern: Die überflüssigen Pfunde loswerden, sich das Rauchen abgewöhnen oder mehr Sport treiben.

Doch kann man den Wunsch nach einem Karrierewechsel wirklich in die Riege der Neujahrsvorsätze – zwischen Abnehmen und Rauchentwöhnung einreihen? Ja und nein. Auf der einen Seite ist der Entschluss, den Job zu wechseln, sicher nicht so schnell mal aus einer Silvesterlaune heraus getroffen, wie der, sich im Fitness-Studio anzumelden. Auf der anderen Seite ist der Jahresstart ein guter Zeitpunkt für einen Jobwechsel – aus mehreren Gründen.

 

Der Nachteil: Gute Vorsätze sind anstrengend

 

Leider sind die guten Vorsätze – Vorhaben, von denen wir wissen, sie täten uns eigentlich gut – häufig schnell vergessen. Ich finde, das ist kein Wunder. Denn irgendwie haben sie immer mit Anstrengung, Disziplin und Verzicht zu tun. Wie soll man sich dazu motivieren?

 

So klappt es weder mit dem Abnehmen noch mit dem neuen Job. Die Frage muss lauten: Warum will ich das? Was bringt mir das? Wie werde ich mich fühlen? Welchen Einfluss wird das auf meine Beziehungen haben? Wie wird sich mein Leben dadurch verändern?

 

Warum würde man den Aufwand einer beruflichen Neuorientierung in Kauf nehmen, wenn man am Ende dasselbe in Grün hat?

 

Die 72-Stunden-Regel

 

Kennt man sein attraktives Ziel, dann sollte man den ersten Schritt nicht auf die lange Bank schieben. „Im Januar“ oder „im Frühjahr“ ist zu spät. Die 72-Stunden-Regel besagt, dass jedes Vorhaben, das man innerhalb von 72 Stunden nach dem Entschluss beginnt, eine 90-prozentige Chance auf Erfolg hat. Braucht man länger für die ersten Schritte, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass man es umsetzt rapide gen null.

 

Das bedeutet nicht, dass man spätestens am 3. Januar die ersten 10 Bewerbungen verschickt haben muss. Da lauert schon der nächste Fallstrick: Nimmt man sich zu viel in zu kurzer Zeit vor und wird den eigenen (zu) hohen Maßstäben nicht gerecht, wirft man schnell frustriert die Flinte ins Korn. Der Weg führt über kleine, machbare Schritte. Und Umsetzung bedeutet, konkrete erste Maßnahmen zu unternehmen, die über die bloße Vorstellung hinausgehen.

 

Beispielsweise könnte man sich direkt in der ersten Januarwoche zwei Stunden im Kalender blocken, in denen man einen Plan erstellt, wie man vorgehen wird. Oder sofort ein Telefonat mit einem oder einer Bekannten vereinbaren, der bzw. die vielleicht Personalberater:in ist, selbst vor Kurzem die Stelle gewechselt hat oder aus einem anderen Grund weiterhelfen könnte.

 

Erstens dauert es, zweitens länger als man denkt

 

Schafft man es trotz aller Widerstände, tatsächlich ins Tun zu kommen, ist das mit diesen typischen Neujahrsvorsätzen immer das Gleiche: Sie sind nicht in einer Woche erledigt. Meistens handelt es sich um langwierige Unterfangen, die gerne auch mal länger dauern, als man sich das gedacht hat.

 

Jetzt heißt es: kontinuierlich am Ball bleiben und nicht auf halbem Weg abbrechen. Obwohl wir wissen, dass es Zeit braucht, sich beruflich neu zu orientieren oder 20 Kilo abzunehmen, sind wir enttäuscht, wenn sich nach zwei Wochen noch nicht viel getan hat. Aber warum? Das ist normal. Deshalb besser die Erwartungen herunterschrauben und sich freuen, wenn’s schneller geht.

 

Zwei gute Gründe für die berufliche Neuorientierung im Januar oder Februar

 

1. Die Personalplanung der Unternehmen

Januar und Februar sind die beiden Monate, in denen sich am Arbeitsmarkt am meisten tut. Jetzt werden die meisten Stellen ausgeschrieben, weil neue Budgets dafür zur Verfügung stehen. Außerdem warten viele Arbeitnehmer:innen mit ihrer Kündigung bis Januar, damit sie vorher noch ihr Weihnachtsgeld bekommen.


2. Der Schwung und das Momentum des Jahresbeginns

Der Wunsch nach beruflicher Neuorientierung entsteht nicht über Nacht. Meist schwelt die Unzufriedenheit lange, bevor der Schritt eines Jobwechsels konkret in Erwägung gezogen wird. Gerade zum Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen und seinen beruflichen Werdegang zu reflektieren und zu hinterfragen. Und dann für neue Ideen die generelle Jahresanfangs-Aufbruchstimmung zu nutzen.

 

 

Kleiner Wermutstropfen für Bewerber:innen am Jahresanfang

 

Da gerade jetzt viele wechselwillig sind, ist auch auf der Bewerberseite viel los, das heißt, die Konkurrenz ist relativ hoch. Umso wichtiger ist sind eine gute Vorbereitung und ein gezieltes Vorgehen. Eine Selbstinventur, bei der man seine Stärken und Vorlieben, aber auch seine Wertvorstellungen und sonstigen Rahmenbedingungen definiert, sollte immer der erste Schritt sein.

 

Zusätzlich sollte man bei der Auswahl der Unternehmen gezielt vorgehen. Lieber Klasse statt Masse. Das setzt voraus, dass man genau weiß, was man will und recherchiert hat, in welchem Unternehmen man das am ehesten bekommt. So hast Du die besten Chancen, dass die Neuorientierung dieses Jahr Realität wird.



Foto: Christian Kasper

Über die Autorin

Sabine Votteler war 25 Jahre lang Führungskraft, bevor sie sich mit Ende 40 selbstständig machte. Seit 2014 berät sie Menschen, die sich nach langjähriger Karriere neu orientieren wollen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwierig diese Umbruchsituation in der Mitte des Lebens ist. Außerdem unterstützt sie Personen, die sich auf der Basis ihrer Expertise selbstständig machen wollen. Sie sagt: „Das Leben hat dich perfekt dafür vorbereitet.“ Sie ist Speakerin, Host des Podcasts „Managers in Transition“ und des gleichnamigen Youtube-Kanals.

 

 

 

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