Gastautor Gerhard Flachs

vor 12 Tagen

4 Min. Lesedauer

Wer oder was motiviert eigentlich die Führungskräfte?

Motiviert, leistungsfähig, loyal: Wie Mitarbeitende genau das bleiben, darüber gibt es Bibliotheken voll Bücher. Doch wer motiviert eigentlich diejenigen, die das für alle anderen übernehmen? Acht Dinge, die dazu beitragen, dass auch die oder der Chef:in gerne zur Arbeit kommt. Und warum das auch wichtig ist.

Wer oder was motiviert eigentlich die Führungskräfte?
Dass auch Chef:innen manchmal mit der Motivation kämpfen, ist für viele ein Tabu

Alle reden immer von der Motivation der Mitarbeitenden. Aber wer kümmert sich eigentlich um die Motivation der Chefin oder des Chefs? Darüber macht sich quasi niemand Gedanken. Die sollen sich doch um sich selbst kümmern, bekommen ja genug Kohle! Was viele dabei vergessen: Auch Chef:innen müssen etwas für dieses Geld tun, von nix kommt auch – oder gerade? – bei Führungskräften nix. Das ist ein altes „Naturgesetz“ der Arbeitswelt.

 

Und sind wir mal ehrlich: Geld ist doch auch für Mitarbeitende nur ein kurzer Motivationsschub und dann kehrt wieder der Alltag ein. Ist bei der Chefin oder beim Chef meist nicht anders. Geld allein macht – auf Dauer – nicht glücklich.

Was zur Motivation von Führungskräften beiträgt

Deshalb sollten wir vielleicht alle mal „in uns gehen“ und hineinhorchen, was uns wirklich dauerhaft motiviert und antreibt, in positivem Sinn natürlich.

 

Aber zurück zur Motivation von Chef:innen und wer das macht: Ich hätte da ein paar Ideen und Vorschläge, über die es sich nachzudenken lohnt:

  • freundliche Gesichter im Unternehmen (eine „Frust-Visage“ ist nicht hilfreich)
  • auch mal sagen, was gut läuft (ja, auch Führungskräfte freuen sich über Lob)
  • Mitarbeitende, auf die man sich verlassen kann (Termine sind nicht nur Schall und Rauch)
  • Möglichkeiten zur Verbesserung aufzeigen (sollte eigentlich ganz normal sein)
  • konstruktive Kritik und Vorschläge, um Probleme zu lösen (davon profitieren alle)
  • wertschätzender Umgang (ist doch selbstverständlich, oder?)
  • selbstständiges Arbeiten (nicht nur Dienst nach „Vorschrift“)
  • sich gegenseitig unterstützen (über den Tellerrand hinausschauen)

Diese Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann beliebig erweitert werden.

 

Das Schöne ist: Die genannten Vorschläge kosten nix, nichts, nada, niente. Naja, vielleicht ein bisschen Selbstreflexion und für manche ein bisschen Überwindung, weil man eingefahrene Pfade verlassen und aus der Bequemlichkeit raus muss. Von einem wertschätzenden Umgang, der dazu führt, dass alle gerne zur Arbeit kommen, davon profitieren am Ende aber sowohl Chef:innen als auch Mitarbeitende. Man verbringt ja einen sehr großen Teil des Lebens in und mit der Arbeit, da darf es schon auch eine gute, erfüllende Zeit sein für alle im Unternehmen.

Führen ist oft ein Knochenjob - der große Motivation voraussetzt

Und den Neidgeplagten und Dauernörglern möchte ich noch etwas ans Herz legen: Ja, die oder der Chef:in hat vielleicht ein größeres Haus, ein größeres Auto, teurere Kleidung. Aber habt ihr schon mal daran gedacht, dass die oder die Chef:in zu sein, auch nie „9 to 5“ bedeutet? Führen ist oft ein Knochenjob; sich darum zu kümmern, dass die Firma läuft, dass die Kund:innen zufrieden sind und vor allem, dass neue Aufträge reinkommen, ist häufig sehr fordernd. Das bedeutet auch mal schlaflose Nächte, wenn man nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll und einem die Banken im Nacken sitzen und im schlimmsten Fall der Verlust von Arbeitsplätzen droht, weil es gerade nicht so rund läuft im Business.

 

Wer also motiviert Führungskräfte wirklich? Die Mitarbeitenden jedenfalls haben darauf großen Einfluss, denn Geld allein macht auf Dauer nicht glücklich, ein Team, das jeden Tag sein Bestes gibt und im Idealfall gemeinsam mit den Führungskräften an einem Strang zieht, schon.

 

Zur Person: Ing. Gerhard Flachs ist seit 2015 als Dienstleister im Qualitätsmanagement selbstständig und auch als „DER mit dem Q“ bekannt. Glückliche Kunden sind für ihn Verpflichtung und Leidenschaft zugleich. Sein Motto: „Zuhören, verstehen, planen, umsetzen“.

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