Wie definierst Du für Dich gute und sinnvolle Arbeit, die sich nicht nach Stagnation anfühlt?
Choudhry: Sinnvolle Arbeit heißt für mich, dass ich einen direkten Beitrag leisten kann und den Effekt meiner Tätigkeit sehe. Es geht nicht darum, dass jede Aufgabe immer spannend oder kreativ ist, es gibt in jedem Job Routinen. Aber wenn ich spüre, dass das, was ich tue, Teil von etwas Größerem ist, dann bekommt auch die Routine einen Sinn. Für mich bedeutet sinnvolle Arbeit außerdem, die Freiheit zu haben, Dinge zu gestalten, Entscheidungen zu treffen und neue Impulse zu setzen. Ich brauche dieses Gefühl, dass mein Einsatz etwas bewegt – im Team, im Unternehmen oder für die Kundschaft. Ein gutes Beispiel dafür ist das Ende des vergangenen Jahres.
Damals hat Eure Firma eine weitere Mode-Marke übernommen.
Choudhry: Genau. Ich habe die Übernahme als Projekt geleitet und Anfang dieses Jahres auch die Integration von femtis. Das war unglaublich viel Arbeit, mit vielen Nachtschichten. Aber es hat mir einen klaren Sinn gegeben: die Vision, ein großes House of Brands aufzubauen. Damit schaffen wir nicht nur Wachstum für uns als Marke, sondern auch neue Chancen für unsere Mitarbeitenden, in ihrer Karriere und persönlichen Entwicklung. Und für mich selbst ist das Wichtigste dabei, ständig Neues zu lernen und mich weiterzuentwickeln.
Klingt nachvollziehbar und doch bleibt bei viel Arbeit das Risiko, eigene Grenzen zu überschreiten. Was tust Du, um langfristig leistungsfähig zu bleiben?
Choudhry: Natürlich gibt es Phasen, in denen der Druck hoch ist. Um langfristig leistungsfähig zu bleiben und nicht auszubrennen, setze ich daher auf klare Routinen: genug Schlaf, täglicher Sport – das ist für mich ein wichtiger Ausgleich. Sport in der Natur hilft mir dabei besonders: Snowboarden im Winter, Surfen im Sommer. Ich glaube, dass körperliche Aktivität extrem wichtig ist, um die Intensität der Arbeit gut ausbalancieren zu können und den Kopf freizubekommen. Gleichzeitig nehme ich mir bewusst regelmäßig Auszeiten mit meiner Familie.