Heute imponieren mir nicht mehr die Frauen, die alles gleichzeitig machen, sondern jene, die bewusst wählen und fokussieren. Die wissen, wohin ihre Energie fließt. Die Aufgaben abgeben, Kinderbetreuung organisieren, echte Prioritäten setzen. Das hat nichts mit Unfähigkeit zu tun, sondern mit Realismus und Selbstschutz.
Und ja, Mutter sein und Karriere machen geht. Aber die Frauen, die das nachhaltig schaffen, sind nicht die, die sich komplett zerreißen. Sie bleiben auf ihrer Überholspur, ohne ständig nach links und rechts zu schauen, und akzeptieren, dass man nicht alles haben kann. Verwerflich ist nicht die Entscheidung, etwas liegen zu lassen, sondern der Druck, diese Lüge weiterzutragen: dass wir alles schaffen müssen, dass jeder Rückschlag mangelnde Leistung bedeutet. Ich gehe diese Lüge nicht mehr mit.
Multitasking ist keine Fähigkeit, sondern ein Zustand, den man aushalten kann. Manchmal. Ich nenne es lieber Resilienz: die Fähigkeit, Belastung zu tragen, nicht die Pflicht, sie zu suchen. Nehmen wir den Druck raus. Blick nach vorne, nicht ständig zur Seite. Das Leben ist anstrengend genug, ohne dass wir uns selbst noch mehr aufladen. Das, was direkt vor uns liegt, ist mehr als genug.