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KI: Zwischen Hype und Realität

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsversprechen mehr. Sie verändert täglich die Arbeit, auch die von Cosma Nouschirvan, Senior Managerin Customer Transformation bei PwC Deutschland. Doch was bedeutet das für Unternehmen und Mitarbeitende? Für Cosma ist klar: KI-Anwendungen bringen Chancen und Stolpersteine mit sich, sowie einen Kulturwandel, der weit über die Technologie hinausgeht.

KI: Zwischen Hype und Realität
Cosma Nouschirvan | Foto: Kira Fuchs

KI ist Realität, aber nicht überall gleich.
Meinen ersten Aha-Moment mit KI hatte ich mit ChatGPT. Wie viele andere auch habe ich im Alltag mit dem Chatbot experimentiert. Heute, knapp drei Jahre später, sehe ich nicht nur KI in Office Anwendungen und in den Systemen unserer Kunden, sondern bereits Agenten, die Arbeit erleichtern und Aufgaben übernehmen. KI im Job ist keine Theorie mehr, sondern Realität. Und trotzdem: Zwischen Hype und Realität klafft es eine Lücke. Unternehmen wollen dabei sein, erste Use Cases umsetzen, im Umgang mit KI dazulernen. Die Motivation ist da, aber oft fehlen die Kapazitäten, die Expertise und die vereinte Sicht aus Business und Technologie. Hinzu kommen Fragestellungen wie „Make or Buy?“ und eine Vielzahl von Anbietern, die den Markt unübersichtlich machen.

Mein Weg in den Tech-Bereich, und warum KI mich begeistert.
Ich bin seit über fünf Jahren Teil des Bereichs Customer Transformation bei PwC. Dort betreue ich globale Marketing Technologie-Projekte, von der Datenstrategie über Reporting bis hin zum Aufbau komplexer Architekturen. KI kam für mich als logische Weiterentwicklung: Technologie, die nicht nur Prozesse optimiert, sondern Menschen befähigt. Als Frau im Tech-Bereich habe ich persönliche bisher keine offensichtlichen Hürden gespürt, aber die Realität ist: In vielen Projekten bin ich eine der wenigen Frauen. Gerade in Management-Positionen fällt das auf. Was mir geholfen hat: Netzwerke, Mentoring und Programme, die Frauen in Führungspositionen stärken.

Was ich in KI-Projekten sehe.
Die größten Herausforderungen? Ganz klar: Datensilos und fehlende Datenstrukturen. Ohne saubere Daten bleibt KI ein schöner Traum. Genauso ohne Vertrauen in die Technologie. Menschen haben Lust auf Neues, aber negative Schlagzeilen über KI schüren Angst, etwas falsch zu machen. Und trotzdem: Die Chancen sind enorm. KI kann Effizienz steigern, neue Geschäftsmodelle ermöglichen und uns helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Aber dafür braucht es Mut und eine klare Strategie.

"Der Einsatz von KI bringt einen Kulturwandel mit sich, der weit über die Technologie hinausgeht."

Cosma Nouschirvan

Warum Begleitung entscheidend ist.
Viele Unternehmen gehen den Weg allein und machen es sehr gut. Aber wir sehen am Markt, wie wertvoll Begleitung sein kann: erprobte Frameworks, Expertenwissen aus verschiedenen Bereichen und die Erfahrung, wo typische Stolpersteine liegen. Denn KI-Einsatz betrifft nicht nur Technologie. Er betrifft auch die Kultur. Prozesse, Produkte, Arbeitsplätze verändern sich. Wer das ignoriert, riskiert' Widerstand. Frühzeitige und transparente Kommunikation ist entscheidend. Eine Abteilung, die diese Themen anstößt und teilt, kann den Unterschied machen.

KI braucht Vielfalt und Verantwortung.
Für den KI-Kulturwandel brauchen wir nicht nur Tech-Kompetenz, sondern auch Diversität, um ihn verantwortungsvoll zu gestalten. Denn Algorithmen sind nicht neutral, sie spiegeln unsere Entscheidungen wider. Vielfalt in den Umsetzungsteams ist deshalb kein „Nice-to-have“, sondern ein Muss. Unternehmen müssen jetzt handeln, nicht nur technologisch, sondern kulturell.

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Portrait

Cosma Nouschirvan

Senior Managerin Customer Transformation

Cosma Nouschirvan ist neben ihrer Arbeit als Senior Managerin bei PwC auch als Speakerin und Moderatorin in Business-, Innovations- und Sportkontexten unterwegs. Als ehemalige Bundesliga Hockeyspielerin weiß sie, was es heißt, unter Druck zu performen und bringt ein tiefes Verständnis für Dynamik, Mentalität und Teamarbeit mit.

Foto: Kira Fuchs