Lieber echte Verbindungen statt Pseudo-Familie
Viel wichtiger ist es, dass wir den beruflichen Raum so gestalten, dass keine Metaphern wie „Familie“ notwendig sind, um Verbindung zu schaffen. Stattdessen sollte es um echte, transparente und authentische Beziehungen gehen, sowohl zwischen Kolleg:innen als auch zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften. Ein Arbeitsumfeld, das auf Zusammenarbeit, Aufrichtigkeit und Vertrauen basiert, schafft eine tiefere Bindung als jede noch so gut gemeinte familiäre Metapher.
Die Familienmetapher ist überholt
Der Satz „Hier sind wir wie eine große Familie“ wird nach wie vor in Bewerbungsgesprächen, auf Team-Events und in Leitbildern von Unternehmen verwendet. Doch wie positiv ist dieses Bild eigentlich?
Was wir häufig vergessen: Für viele Menschen hat die Familie keinen positiven Kontext. Sie wachsen in schwierigen Familienverhältnissen auf oder haben gar keine Familie. Wie müssen sich diese Menschen fühlen, wenn sie ständig hören, dass der Arbeitsplatz ihre „Familie“ ist?
Die Vorstellung von der „Familie“ als Idealbild für den Arbeitsplatz ist überholt. Sie ist subjektiv, veraltet und oft wenig inklusiv. Was Führungskräfte stattdessen brauchen, ist die Vision einer gesunden Teamkultur.
Nein! Wir sind keine große Familie. Wir sind ein Team!
Der Begriff „Familie“ hat in der Arbeitswelt seinen Platz längst verloren. Wir sind keine Familie, sondern ein Team und Teamarbeit ist die wahre Königsdisziplin. Und das bedeutet nicht, dass Zusammenarbeit nicht menschlich sein darf – im Gegenteil.
Es bedeutet vielmehr, dass wir an einem Ort arbeiten, an dem Professionalität und Menschlichkeit miteinander vereinbar sind. Ein Team, das gemeinsam wächst, auf Augenhöhe und ohne den Druck einer familiären Bindung. Denn gute Zusammenarbeit basiert auf klaren Strukturen, nicht auf emotionaler Manipulation.