Josie Bertram

25. März 2024

10 Min. Lesedauer

Digital, jung, flexibel: Das Erfolgsgeheimnis von Vallone

Aus eigenem Need heraus gründete Eva Thelen gemeinsam mit Marcel Sekula die Badinterior-Marke VALLONE. Wie die beiden die Gründung angegangen sind, welche Herausforderungen sie meistern mussten und was sie anders machen als andere Marken, verrät Eva im Interview!

Digital, jung, flexibel: Das Erfolgsgeheimnis von Vallone
Digital, jung, flexibel: Das Erfolgsgeheimnis von Vallone

Liebe Eva, Du hast gemeinsam mit Marcel Sekula Vallone gegründet – ein Unternehmen, das sich aus Euren eigenen Bedürfnissen entwickelt hat. Was ist Eure Geschichte hinter der Idee?

Vor knapp 10 Jahren haben wir ein Haus saniert und standen vor der Herausforderung, unsere Bäder zu gestalten. Unser Installateur schickte uns zum Badgroßhandel, wo wir uns Sachen aussuchen sollten. Dort gab es weder Produkte, die uns gefielen – wir waren schon immer sehr designaffin – noch gab es eine transparente Preisauskunft oder eine Beratung auf Augenhöhe, die uns abgeholt hat. Alles war sehr altbacken und kompliziert. Da dachten wir uns, das muss besser gehen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt quasi selber unsere jetzige Zielgruppe und dieses Credo zieht sich bis heute durch. Wir hinterfragen bei jedem Produkt, Design oder Preis, ob wir uns selber dadurch angesprochen fühlen würden.

Was ist Euer persönlicher Anspruch an Eure Produkte?

Wir wollen Designobjekte kreieren, die anders als der Standard und trotzdem zeitlos sind. Es geht darum, die perfekte Balance aus Design und Funktionalität zu finden und umzusetzen. Qualität und Hochwertigkeit spielen dabei eine besonders wichtige Rolle – das zieht sich bei jedem Produkt durch: Material, Technik und Verarbeitung. Für uns ist es wichtig, am Puls der Zeit zu sein, Trends zu erkennen und auf den Badbereich zu übertragen.

Was macht Euer Vallone-Prinzip aus?

Zusammengefasst ist es die Kombination aus hochwertigen, stylishen Produkten und einem ganzheitlichen Beratungs- und Einkaufsprozess. Wir ermöglichen einen direkten Zugang zu unseren Produkten – analog und online. Unsere Kund:innen da abzuholen, wo sie im Planungsprozess aktuell stehen und während der gesamten Zeit direkte Ansprechbarkeit zu bieten, ist unser Leitfaden. Wir wollen unsere Kund:innen begleiten. Transparenz und ein faires Preisniveau sind uns extrem wichtig und für uns auch umsetzbar, da wir Hersteller und Händler sind. Als junges Team wissen wir, was unsere Zielgruppe braucht und sich wünscht. Wir agieren zentral von unserem HQ in Essen aus – so können wir alle Fragen rund um Design, Kompatibilität, Technik, Material und Service unmittelbar klären.

Ihr sprecht von einem “disruptiven Geschäftsmodell”. Was macht ihr anders als andere Unternehmen in der Branche?

Mit einem Monobrand-Konzept, Inhouse-Beratungsteam und den eigenen Showrooms schaffen wir maximale Transparenz bei Produkt und Preis. Unser Ansatz ist 360° Service: Wir sind nah an unseren Kund:innen, von der Inspiration bis zur Fertigstellung und danach. Dadurch sind wir vor und nach dem Kauf nah- und greifbar. Unser Produktportfolio verhindert einen Flickenteppich an Brands im Bad. Viele unserer Produkte können auf Maß und nach Wunsch konfiguriert werden – so werden die Bäder zu etwas ganz Eigenem. Kurz gesagt: Wir gehen mit einem neuen Approach an die Branche: digital, jung, flexibel und alles aus einer Hand. 

Was bringt ihr beide individuell in das Unternehmen ein?

Wir kommen beide aus kreativen Bereichen und ergänzen uns daher in vielen Punkten. Als CCO stammt die umfassende VALLONE-Design-DNA, sprich Brand Identity, Produktideen, der gesamte VALLONE Look and Feel aus meiner Feder. Dabei verlasse ich mich auf mein Gespür für Trends und meine große Liebe zum Detail in allen Bereichen. Marcel als CEO leitet vor allem die Bereiche Business und Brand Development – d. h. auch die Konzeption von Vertriebs- und Marktstrategien. In vielen Punkten, z. B. bei der Entwicklung neuer Produkte, greifen unsere Schwerpunkte dann aber nahtlos ineinander. Die größte Gemeinsamkeit ist, dass uns beiden ein gutes Teamwork super wichtig ist. Dabei geht‘s um Menschlichkeit und einen guten Arbeitsvibe im Team. Wir gehen Herausforderungen und Ideen mit einem positiven Mindset an und sind dann schnell in der Umsetzung – gerade, weil sich viele unserer Topics ergänzen.

Auf welches Projekt oder welchen Schritt seit der Gründung bist Du besonders stolz?

Für mich gibt es eigentlich nicht DEN einen Moment, eher das große Ganze. Zu sehen, dass aus einer Idee nun schon zahlreiche zufriedene Kund:innen geworden sind, die sich ihren privaten Safe Space mit unseren Produkten einrichten oder Hotels weltweit damit ausgestattet werden, ist schon wirklich cool. Aber auch auf unser Team und den damit einhergehenden Spirit sind wir sehr stolz. Ich würde behaupten, jedes Teammitglied arbeitet wirklich gerne bei VALLONE (lacht).

Als Designerin freue ich mich natürlich auch über Auszeichnungen oder Awards, wie z. B. den Red Dot Best of the Best oder den German Design Award.

Ihr priorisiert das Thema “Nachhaltigkeit”. In welchen Bereichen äußert sich das und warum ist Euch das wichtig?

Das Bad ist ja per se in seiner Anschaffung schon ein nachhaltiger Raum. Im Durchschnitt bleibt es nach Einbau etwa 20 Jahre bestehen. Wenn man es jetzt noch mit nachhaltigen Produkten ausstattet, wird es umso nachhaltiger. Unser Mineralwerkstoff VELVET STONE® wird z. B. aus natürlichen Mineralien und biobasierten Harzen gewonnen und ist nach Green Guard Gold zertifiziert. Bei den Armaturen setzen wir viel auf Edelstahl, korrosionsbeständig, langlebig und allein dadurch schon nachhaltig. Auch beim Packaging versuchen wir immer nachhaltiger zu werden, was hier und da ehrlicherweise aber auch ein schmaler Grat ist, da die Produkte trotzdem perfekt geschützt sein müssen. Wir wollen Schritt für Schritt immer klimaschonender handeln und uns in puncto Sustainability stetig weiterentwickeln und dazulernen.

Gab es eine Herausforderung, die Euch an der Idee hat zweifeln lassen?

Irgendwie nicht (lacht). Ich glaube, zu gründen und etwas aufzubauen, ist immer eine Herausforderung. Es wäre albern zu sagen, dass es immer easy ist – aber wirkliche Zweifel hatten wir nicht und es zeigt sich ja, dass die Idee funktioniert.

 

Euch gibt es seit 2014, vor der Gründung von Vallone haben Marcel und Du bereits Erfahrung mit einer eigenen Kreativagentur gesammelt. Was würdest Du heute total anders machen?

Ehrlicherweise würde ich nichts total anders machen. Natürlich holt man sich auf dem Weg das ein oder andere blaue Auge, aber im Wesentlichen wächst man ja an seinen Erfahrungen.

 

Was ist für Dich persönlich die größte Herausforderung in Deiner Rolle im Unternehmen?

Für mich persönlich ist die größte Challenge, die Qualität in allen Bereichen des Unternehmens auf einem hohen Level zu halten, sodass es unseren eigenen Ansprüchen gerecht wird. Man kann nicht alles selber machen oder kontrollieren, und so muss und musste man viele Dinge Step by Step delegieren und auch mal damit leben, wenn etwas am Ende des Tages nicht so umgesetzt wird/wurde, wie man es selber gemacht hätte. Das zu akzeptieren, weil man gerade in der Anfangsphase fast alles selber gemacht hat, war für mich auf jeden Fall eines der schwersten, aber auch wichtigsten Learnings. Umso wichtiger ist es, ein super Team zu haben.

  

Welche drei Tipps würdest Du jungen Gründer:innen geben?

Über die Person:

Als Gründerin und CCO leitet Eva Thelen Kreativbereich, Markenentwicklung & Design von VALLONE®. Mit ihrer Passion für Ästhetik, Interior Design und Liebe zum Detail hat sie VALLONE® weniger im Bereich der klassischen Bad-Marken positioniert, sondern eher als stilbildende Interior-Brand – die auch in Sachen Funktionalität innerhalb der außergewöhnlichen Ansprüche des Bad-Designs Standards setzt.

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