In 3 Schritten zum LinkedIn Star

How to: Personal Branding | Heute verrät die Personal Branding- und Kommunikationsstrategin Christina Richter, wie Sie in drei einfachen Schritten an Ihrer Sichtbarkeit arbeiten und zum LinkedIn Star werden können.




„Ihre Personal Brand ist das, was andere Leute über Sie sagen, wenn Sie nicht im Raum sind" – in meinen vorherigen Artikeln habe ich darüber gesprochen, was Ihre Personal Brand ausmacht und wie Sie Ihre Strategie sowie einen darauf aufbauenden Fahrplan für das nötige Fundament Ihrer Aktivitäten entwickeln. Ihre Personal Brand ist dabei kanalunabhängig. Das bedeutet, dass Sie online wie offline gleich ist. Sie sind ja auch immer ein und dieselbe Person, egal ob online oder offline. Aber: Im Business Kontext ist LinkedIn aktuell die Plattform, die sich am besten für Personal Branding eignet.


Um auf LinkedIn gesehen zu werden und zu wachsen, müssen Sie dafür sorgen, dass andere Menschen auch über Sie sprechen. Um das zu schaffen, finden Sie hier drei Schritte, wie Sie zum LinkedIn-Star werden können.

Schritt 1: Pimpen Sie Ihr Profil

Wie heißt es so schön: Sie bekommen nie eine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck. Als Faustregel hat man dafür etwa 3-5 Sekunden Zeit. In diesen 3 bis 5 Sekunden müssen die Besucher Ihres Profils verstehen, wer Sie sind, was Sie tun und wie eine Vernetzung mit Ihnen für sie von Vorteil sein könnte. Folgende sieben Punkte sollten Sie dabei beachten:


1. Gute Bilder

Der Einstieg in Ihr LinkedIn Profil muss überzeugen. Sorgen Sie dafür, dass Sie ein aktuelles Profilfoto haben und ein Titelbild, das Ihren Fachbereich oder Ihr Themengebiet zeigt. Wenn Sie beispielsweise in der Automobilbranche arbeiten, nutzen Sie doch als Titelbild ein Motiv, auf dem Autos zu sehen sind.

Wenn Sie kein Titelbild haben, wäre das für mich ein Indikator, dass Sie Ihr Profil in den vergangenen zwei Jahren nicht aktualisiert haben – so lange gibt es die Titelbilder nämlich schon.

2. Status: Öffentlich

Und wenn Sie es wirklich ernst meinen mit Personal Branding, achten Sie darauf, dass Sie in Ihren Einstellungen das Profil auf „öffentlich“ stellen. Laut LinkedIn erhalten Nutzer mit einem Foto auf ihrem Profil, das für alle sichtbar ist, bis zu 9-mal mehr Kontaktanfragen und 21-mal mehr Profilaufrufe.


3. Ein catchy Profilslogan

Schauen Sie sich Ihren Profilslogan mal genauer an. Auch hier sollten Sie früh Ihren Fachbereich oder Ihr Thema nennen, denn der Algorithmus kann das Titelbild nicht lesen, den Profilslogan aber schon.

Der Algorithmus kann das Titelbild nicht lesen, den Profilslogan aber schon.

Verwenden Sie Schlagwörter, die Ihrem Profilbesucher genau sagen, was Ihr Thema ist. Nehmen wir wieder die Automobilbranche, dann sollte im Slogan etwas wie „Automotive“ oder „Automobile“ stehen.

4. Nicht skippen: Über mich

Schreiben Sie ein „Über Mich“ und stellen Sie sich in eigenen Worten vor. Lassen Sie das Feld nicht leer, denn nicht nur Profilbesucher lesen ihre Vorstellung, sondern auch der Algorithmus.

5. Ehrenämter nicht vergessen

Listen Sie Ihre Berufserfahrung auf und verknüpfen Sie Ihr Profil mit den Unternehmensseiten Ihrer Arbeitgeber. Menschen verbringen viel Zeit damit, LinkedIn zu durchstöbern, und stoßen dabei oft zufällig auf ein Profil. Gleiches gilt für Ehrenämter. Dieses kann ein Türöffner für Gespräche sein und auch hier können Sie Ihr Profil mit den Unternehmensseiten, sofern vorhanden, der Initiative oder des Vereins verknüpfen.

6. Mit Fachwissen glänzen

Fachwissen im Berufskontext ist wichtig und dieses können Sie unter Kenntnisse und Fähigkeiten einbinden. Dieser Bereich von LinkedIn wird oft vernachlässigt, ist aber sehr spannend. Je öfter Menschen, die selbst Spezialist:innen in Ihrem Bereich sind, Ihre Kenntnisse bestätigen, desto relevanter werden Sie vom Algorithmus einstuft.

7. Das Sahnehäubchen: Empfehlungen

Auch Empfehlungen erhöhen die Glaubwürdigkeit und treiben den Algorithmus an: Empfohlene Profile erscheinen häufiger in den Suchergebnissen und Vorschlägen von LinkedIn-Mitgliedern. Bitten Sie Ihr engeres Netzwerk um Empfehlungen und vergeben Sie selbst Empfehlungen.

Jeder Bereich des LinkedIn-Profils hat seine Daseinsberechtigung und sie werden schon nach der Aktualisierung Ihres Profils einen Unterschied bemerken. Aber ein überzeugendes LinkedIn-Profil allein macht noch keine überzeugende Personal Brand aus.


Schritt 2: Comment & Content

Ihr Profil steht. Jetzt ist es an der Zeit, aktiv zu werden.


Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen können: Durch Kommentare und eigene Inhalte.

Ein bekannter Spruch lautet: „Comments are content, too.“ Wenn Sie gerade erst mit Ihrer Personal Branding-Reise auf LinkedIn – oder in den sozialen Medien ­– beginnen, ist es am einfachsten, mit anderen in Kontakt zu kommen, indem Sie sich an Gesprächen anderer beteiligen. So müssen Sie nicht darüber nachdenken, was Sie selbst posten, sondern sehen sich an, was andere posten und kommentieren auf Basis Ihres Know-Hows. Bleiben Sie dabei Ihrem Thema und Ihrer Branche treu.


Erinnern Sie sich an die 15 bis 20 Minuten Routine? Öffnen Sie LinkedIn und scrollen Sie durch Ihren Feed. Wenn Sie einen Beitrag sehen, der Sie interessiert, schreiben Sie einen Kommentar. Was ist Ihnen beim Lesen des Beitrags in den Sinn gekommen, warum haben Sie innegehalten? Genau das möchten Sie in einem Kommentar mitteilen. Fügen Sie ein Beispiel hinzu, eine persönliche Ansicht oder Erfahrung, stellen Sie eine Frage. Auf diese Weise können Sie Ihr Fachwissen unter Beweis stellen und werden sowohl für die Person, die den Beitrag verfasst hat, als auch für deren Netzwerk sichtbar.

Schritt 3: Werden Sie zum Thought Leader

Wenn Sie es auf die nächste Stufe schaffen und Thought Leader in Ihrer Branche werden wollen, dann reicht es nicht aus, die Beiträge anderer zu kommentieren. Sie müssen die Person werden, die die Konversation anführt. Und dafür müssen Sie selbst Inhalte veröffentlichen.

Doch worüber können Sie posten? Drei Gedanken dazu:


  • Sie lesen sicherlich die Newsletter Ihrer Branche. Wenn es eine neue Studie oder einen Artikel gibt, den Sie selbst interessant finden, können Sie sicher sein, dass auch andere daran interessiert sein werden. Teilen Sie ihn!

  • Wenn Sie in den letzten Tagen etwas Wichtiges gelernt haben, teilen Sie es mit Ihrem Netzwerk, damit auch andere daraus lernen können.

  • Wenn es in Ihrem Fachgebiet bestimmte Fragen gibt, die regelmäßig auftauchen, könnte auch dies für eine breitere Gruppe von Menschen interessant sein. Schreiben Sie darüber.


Zusammengefasst: Wenn Sie sich fragen, worüber Sie mit den Menschen, die für Sie relevant sind, ins Gespräch kommen können, sprechen Sie über Themen, die für sie relevant sind. Über die Autorin: Christina Richter ist Personal Branding- und Kommunikationsstrategin mit Sitz in Berlin. Nach zehn Jahren in Agentur, Mittelstand sowie Großkonzern in den Bereichen PR, Unternehmenskommunikation und Social Media berät sie seit 2015 Unternehmen und Unternehmer:innen aus aller Welt in Sachen Personal Branding.