Was empfiehlst Du noch?
Sprich nicht von einer „Gehaltsverhandlung“. Das klingt schon nach Konflikt und Konfrontation. Sag lieber Gespräch oder Dialog. Das signalisiert: Es geht mir nicht darum, meine Forderungen durchzukriegen, sondern darum, dass wir einen Kompromiss finden. Außerdem solltest Du Deine Verhandlungsstrategie an den Persönlichkeitstyp Deines Gegenübers anpassen.
Was bedeutet das?
Ich arbeite gern mit dem DISG-Modell. Es unterscheidet vier Typen von Persönlichkeiten: dominant, initiativ, stetig und gewissenhaft. Dominante Menschen wollen Ergebnisse, Resultate, Speed. Initiative Personen legen besonderen Wert auf Vision und Kreativität. Wenn Du weißt, was für ein Persönlichkeitstyp bei Deiner Führungskraft am stärksten ausgeprägt ist, kannst Du das in Deiner Strategie berücksichtigen.
Gibt es Dinge, die automatisch ein höheres Gehalt rechtfertigen, wie etwa ein Doktortitel?
Es gibt keinen Freibrief, aufgrund von akademischen Titeln mehr Gehalt zu verlangen. Aber klar: Wenn Du Dich weiterbildest und in Dich investierst, gehst Du in eine gewisse Vorleistung. Wenn Du beispielsweise eine KI-Fortbildung machst, Deine Kolleg:innen schulst und dem Team am Ende zehn Stunden pro Woche einsparst, dann schaffst Du echten Wert. Dann kannst Du schon zu Deiner Führungskraft sagen: Pass mal auf, es wäre schön, wenn das Know-how, das ich jetzt einbringe, auch honoriert wird. Eine andere typische Situation, in der ich auf eine Gehaltserhöhung dringen würde, sind Interimsvertretungen.