Mit ANY DI Munich hast Du eine Marke aufgebaut, die Funktionalität und Luxus verbindet. Wie kam es zu der ursprünglichen Idee? Und was hat Dich dazu bewegt, zu gründen?
Die Idee kam aus einer ganz konkreten Alltagssituation. Ich war viel unterwegs und habe gemerkt, dass es für etwas so Selbstverständliches wie eine Sonnenbrille keine wirklich gute Lösung gibt. Entweder funktional, aber nicht ästhetisch. Oder schön, aber unpraktisch. Diese Lücke wollte ich schließen.
Die Entscheidung, zu gründen, war dann fast eine Konsequenz daraus. Ich wollte nicht darauf warten, dass jemand anderes diese Idee umsetzt. Ich wollte sie selbst realisieren.
Der Startpunkt war ein einziges Produkt, Euer SunCover. Wann hast Du gemerkt, dass daraus mehr als nur ein Einzelprodukt entstehen kann?
Der Startpunkt war eigentlich nicht nur ein Produkt, sondern eine Idee. Ich habe mit einer Kollektion begonnen: Im Zentrum stand die Vision einer wandelbaren Luxus-Handtasche, die sich in einen Rucksack transformieren lässt. Das SunCover ist daraus entstanden als funktionales Accessoire, das dieses System ergänzt. Relativ schnell habe ich gemerkt, dass die Reaktion darauf eine andere ist. Menschen haben nicht nur die einzelnen Produkte verstanden, sondern das Prinzip dahinter.
Weiter ging es dann mit einem individuellen Strap Set System, das die Produkte miteinander verbindet und noch mehr Flexibilität in den Alltag bringt. Es ging plötzlich nicht mehr nur um einzelne Pieces, sondern um ein durchdachtes Zusammenspiel. Eine neue Art, wie man Accessoires nutzt und kombiniert. In diesem Moment wurde mir klar, dass daraus mehr entstehen kann als einzelne Produkte. Nämlich eine Marke mit einem klaren Systemgedanken und das Potenzial für eine eigene Kategorie.
Du hast mit ANY DI gleich zwei designpatentierte Innovationen auf den Markt gebracht: die wandelbare Tasche und das SunCover. Wie entsteht bei Dir Innovation?
Innovation entsteht für mich im Alltag. Ich beobachte, wie Menschen sich bewegen, reisen und Dinge nutzen. Und wo es Reibung gibt. Viele akzeptieren diese kleinen Unannehmlichkeiten einfach. Ich hinterfrage sie. Es geht nicht darum, etwas komplett Neues zu erfinden, sondern Bestehendes so zu verbessern, dass es wirklich sinnvoller wird.
Was unterscheidet für Dich ein „gutes Produkt“ von einem Produkt, das wirklich eine Kategorie verändert?
Ein gutes Produkt erfüllt Erwartungen. Ein Produkt, das eine Kategorie verändert, stellt diese Erwartungen infrage. Es löst ein Problem so klar und intuitiv, dass man sich fragt, warum es vorher niemand so gemacht hat. Und genau das ist der Unterschied: Es schafft etwas, das bleibt. Nicht nur etwas, das kurzfristig funktioniert.
Du sprichst davon, nicht nur Accessoires zu designen, sondern zu designen, wie Menschen sich durch die Welt bewegen. Was bedeutet das konkret in Deiner täglichen Arbeit?
Für mich beginnt Design nicht beim Produkt, sondern beim Verhalten. Ich denke immer in Situationen: unterwegs sein, reisen, wenig Zeit haben, schnell reagieren müssen. Unsere Produkte sollen sich genau in diese Momente einfügen: intuitiv, funktional und gleichzeitig ästhetisch. Das bedeutet, dass Funktionalität und Design nie getrennt gedacht werden, sondern immer zusammen.