Mut zur KI: Die Superkraft richtig nutzen
Besonders deutlich wird das gerade beim Thema Künstliche Intelligenz. KI ist keine Zukunftsmusik, sie ist das neue Betriebssystem unserer Wirtschaft. In den USA wird KI einfach ausprobiert. Man nimmt den „Schwarm von Praktikanten“, wie wir es in meinem neuen Buch „Mut zur KI“ nennen, und lässt ihn einfach mal machen. In Deutschland diskutieren wir oft über Datenschutz, bevor wir die erste Zeile Code geschrieben haben. Dabei ist KI eine Beschleunigungskraft, die Innovation demokratisiert. Sie ermöglicht es uns, unsere Stärken, Präzision und Verlässlichkeit, mit neuer Geschwindigkeit zu skalieren.
Doch dafür brauchen wir Haltung. Technik muss dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. In Europa haben wir mit dem AI Act einen wertebasierten Rahmen gesetzt, um den uns viele in den USA beneiden. Wir müssen jetzt beweisen, dass Verantwortung und Tempo keine Gegensätze sind.
Wenn wir es schaffen, unsere deutsche Gründlichkeit mit einer Prise amerikanischem Pioniergeist zu kreuzen, werden wir unschlagbar. Wir müssen verstehen, dass Tempo kein Talent ist, sondern eine Entscheidung. Wer bremst, tut es heute meist nicht aus Mangel an Mitteln, sondern aus Mangel an Mut.
Runter von der Tribüne!
Mein Blick von außen hat mich eines gelehrt: Wir Europäer:innen dürfen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Wir haben die klugen Köpfe und die finanziellen Mittel. Was uns fehlt, ist die Haltung des Machens und Mut. Wir brauchen keine Zuschauer:innen mehr auf der Tribüne, die jeden Spielzug kritisieren. Wir brauchen Spieler:innen auf dem Feld.
KI ersetzt nicht unser Denken, sie verstärkt es. Aber sie verstärkt es nur zugunsten derer, die bereit sind, ins Handeln zu kommen.
Ich habe mich neu in Deutschland verliebt, weil ich das Potenzial sehe. Wir haben alles, um Weltmutführer zu werden. Wir müssen nur endlich anfangen, das Boot nicht nur neu zu polieren, sondern auch die Segel in den Wind zu setzen.
Einfach mal machen, endlich das feiern, was wir haben und positiv denken. Dann wirds gut.