Katharina Wolff

Warum ich nach zwei Tagen auf Menorca anders über Marketing denke

Zwei Tage Menorca, ein neuer Miele-Grill und eine Frage, die mich schon lange beschäftigt: Braucht es Presse und Influencer-Events überhaupt noch bei Produktneuheiten? Ich bin auf Einladung von Miele hingeflogen, um herauszufinden, ob solche Formate noch funktionieren. Zurückgekommen bin ich mit einer wirklich schönen Erkenntnis: Nicht alles verändert sich gerade, denn am Ende kaufen Menschen von Menschen.

Warum ich nach zwei Tagen auf Menorca anders über Marketing denke

Ich fahre selten auf Presse- oder Influencer-Reisen. Nicht aus Prinzip, sondern aus Zeitgründen. Wer mit einem kleinen Team arbeitet, überlegt sich zweimal, ob zwei Tage außer Haus wirklich die beste Investition sind.

Als Miele mich nach Menorca einlud, um einen neuen Grill kennenzulernen, war ich deshalb zunächst skeptisch. Zum einen, weil ich mich in dieser Welt der Presse-/Influencer-Events überhaupt nicht bewege. Zum anderen, weil ich mich gefragt habe, ob solche Formate heute überhaupt noch funktionieren.

Schließlich hören wir seit Jahren, was alles nicht mehr wirkt. Printwerbung funktioniert angeblich nicht mehr. Klassische Pressearbeit auch nicht. Influencer-Marketing steht ohnehin ständig auf dem Prüfstand. Und Events? Sind teuer, aufwendig und schwer messbar.

Die Frage dahinter ist immer dieselbe: Lohnt sich das noch?

Nach zwei Tagen auf Menorca würde ich sagen: Ja. Überraschenderweise schon.

Natürlich klingt eine Einladung auf eine Mittelmeerinsel glamouröser, als sie in der Realität ist. Donnerstagmorgen um sechs Uhr Abflug. Freitagabend um 21.30 Uhr zurück in Hamburg. Dazwischen ein dichtes Programm. Das ist keine Wellnessreise, sondern durchaus Arbeit. Nur eine andere Form von Arbeit.

Was mich jedoch überrascht hat, war etwas anderes.

Ich hatte keine Ahnung, wer dort sein würde. Ich kannte niemanden und hab mich zwar gefreut, hatte aber keine besondere Erwartung. Doch am Ende waren wir rund 25 Menschen, die einfach ausgesprochen angenehm waren und gut miteinander ausgekommen sind. Das Team von Miele. Die Kolleginnen und Kollegen von Avantgarde. Die anderen Gäste.

Spaziergang im Steinbruch

Es war vor allem eines: erinnerungswürdig.

Das klingt zunächst nicht besonders spektakulär, ist es aber.

Denn genau darin steckt eine Erkenntnis, die viele Marketingverantwortliche vermutlich gerne hören werden: Menschen kaufen nicht nur Produkte. Sie bauen Beziehungen auf. Zu Marken. Zu Geschichten und zu den Menschen dahinter.

Kein Mensch muss Journalist:innen einladen, damit sie über Produkte schreiben. Kein Mensch muss Influencerinnen einladen, damit sie darüber posten. Rein technisch funktioniert all das auch ohne persönliche Begegnung.

Und trotzdem entsteht etwas, das sich digital nur schwer reproduzieren lässt.

Man erlebt das Produkt einfach anders. Ich als Nicht-Grillerin und sehr mittelmäßige Köchin hab auf einmal Lust bekommen Out-Door Dining auszuprobieren. Solche Events haben also fast einen Weiterbildungs-Charakter, denn erst auf dem Event habe ich wirklich verstanden, dass es nicht um einen Grill geht. Sondern um das Feeling einer Outdoor-Küche. Und was man nicht alles damit machen kann. Der Wahnsinn!

Aber zurück zur Marketingperspektive: Man versteht die Gedanken dahinter. Man spricht mit den Menschen, die daran gearbeitet haben. Man teilt Zeit miteinander. Und plötzlich entsteht Nähe.

Adventure Tour quer durchs Grill-Geschmackssortiment

Genau das ist passiert.

Nicht, weil mir jemand besonders aggressiv etwas verkaufen wollte. Sondern, weil ich erlebt habe, mit welcher Sorgfalt, Professionalität und Gastfreundschaft dieses Event organisiert wurde.

Das Ergebnis ist fast banal: Ich denke heute anders über Miele als vorher.

Ihr dürft mich jetzt von mir aus „Werbe-Opfer“ nennen, aber am Ende bin ich da ganz durchschnittlich: Wen ich mag, dem möchte ich gern etwas Gutes tun.

Dabei war ich schon vorher ganz normal zahlende Kundin. Waschmaschine und Trockner stammen bereits (voll bezahlt) aus dem Hause Miele. Mit Grillen hingegen hatte ich bisher wenig Berührungspunkte.

Besonders spannend war dabei eine Begegnung mit Sascha Lotzmann, einem Grill-Influencer (@kuestenglut), der mir innerhalb weniger Stunden die Faszination dieses Hobbys nähergebracht hat. Zum ersten Mal habe ich verstanden, warum Menschen stundenlang über Temperaturzonen, Garzeiten und Grillmethoden sprechen können. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich tatsächlich sowohl den Grill als auch Saschas Inhalte ansehen. Die Kombination ergibt erstaunlich viel Sinn.

Genau deshalb funktioniert dieses Marketing. Nicht, weil man Menschen etwas aufdrängt. Sondern weil man ihnen die Möglichkeit gibt, etwas selbst zu erleben.

Am Ende hat Miele genau das erreicht, was sich Unternehmen von solchen Investitionen erhoffen: Aufmerksamkeit, Sympathie und Gesprächsstoff. Nicht erzwungen, sondern freiwillig.

Das mag man gut finden oder kritisch sehen. Aber es ist die Realität und es ist ein echter Hebel fürs Marketing!

Ich finde sogar, das ist eine gute Nachricht.

Denn in einer Zeit, in der ständig neue Plattformen entstehen, Algorithmen sich verändern und jede Marketingmaßnahme infrage gestellt wird, gibt es offenbar immer noch einige Dinge, die erstaunlich konstant bleiben.

Dr. Axel Kniehl, Geschäftsführer Marketing and Sales Miele, begrüßt die Gäste

Menschen vertrauen Menschen.

Persönliche Begegnungen schaffen Wirkung.

Und manchmal reicht ein gemeinsames Abendessen auf Menorca aus, um die Sicht auf ein Produkt nachhaltig zu verändern.

Falls dieser Text nun dazu führt, dass künftig mehr Einladungen zu schönen Orten in meinem Postfach landen, würde ich mich selbstverständlich nicht beschweren. Wobei ich weiterhin bezweifle, dafür besonders viel Zeit zu haben.

Die Erkenntnis nehme ich trotzdem mit: Manche Marketingmechanismen funktionieren auch 2026 noch erstaunlich ähnlich wie früher. Und ehrlich gesagt bin ich ganz froh darüber. Denn hey, ich bin die Verrückte, die 2021 ein Print-Magazin rausgebracht hat. 😊  
 
Transparenzhinweis: Dieser Artikel ist nicht bezahlt, ich wurde aber zu den zwei Tagen Menorca von Miele eingeladen.