Ich nutze KI täglich. Für Recherchen, für Textentwürfe, für die Vorbereitung meiner Lehre und Referate. Und ich bin ehrlich begeistert von dem, was möglich geworden ist. Wer heute mit den richtigen Tools arbeitet, kann in einer Stunde leisten, wofür er früher einen halben Tag gebraucht hätte. Und damit habe ich mehr Zeit für meine kreativen Entwicklungsarbeiten, für mein Team, für meine Live-Performances.
Aber als Neurowissenschaftlerin frage ich mich gleichzeitig: Was passiert eigentlich mit unserem Gehirn, wenn wir immer öfter auslagern, was es früher selbst leisten musste? Die Antwort, die erste Studien geben, ist ernüchternd und wichtig.
Bequemlichkeit und Stillstand führen zum Abbau
Eine aktuelle Untersuchung des MIT zeigt, dass Menschen, die KI für kognitive Aufgaben nutzen, messbar weniger eigene Hirnaktivität zeigen. Insbesondere in Bereichen, die für kritisches Denken, kreatives Problemlösen und das Verarbeiten komplexer Zusammenhänge zuständig sind. Zudem wird das Lernen, respektive die Erinnerung an das Gemachte, reduziert.
Aus vielen neurowissenschaftlichen Studien wissen wir: Was wir nicht benutzen, baut ab. Das Gehirn ist formbar, und es wächst durch Herausforderung. Bequemlichkeit und Stillstand, wo nicht mehr gelernt wird, führen zum Abbau. Damit kann KI zur bequemsten Abkürzung werden, die unser Denkvermögen je hatte.
Nutzen wir KI, aber behalten wir das Steuer!
Das bedeutet nicht, dass wir KI meiden sollen. Aber es bedeutet, dass wir sie klug einsetzen müssen, als Werkzeug, nicht als Ersatz für unser eigenes Denken. Das Gehirn, das Sie täglich mitbringen, ist lernfähig, kreativ, emotional intelligent und bedeutungsgebend. Es kann Dinge, die kein Algorithmus der Welt replizieren kann. Aber nur, wenn wir es weiterhin fordern, herausfordern und trainieren. Nutzen wir KI, aber behalten wir das Steuer.