In Deutschland waren zu Beginn des Jahres 2026 nur rund 20 Prozent aller KI-Fachkräfte Frauen. Dieses „AI Gender Gap“ kann schnell zu einem „Future Gender Gap“ werden. Ich rate allen Frauen, was für alle Geschlechter gilt: Strategisch in den Erwerb von KI-Kompetenz zu investieren. Denn es gilt die einfach zu merkende Regel: „Wer KI ignoriert, wird vom Arbeitsmarkt der Zukunft ignoriert.“
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die KI-Transformation von mehr Frauen und Frauen von mehr KI-Transformation in ihrem Arbeitsalltag profitieren.
Was sind die Gründe?
Mehr Diversität in KI-Entwicklungsteams vermindert das Auftreten von Biases, also von verzerrenden Effekten bei der Entwicklung von KI-Systemen. Und es erhöht die Innovationskraft, da mehr Perspektiven in die KI-Entwicklung einfließen.
In vielen Zukunftsbranchen, in denen KI eine wesentliche Rolle spielt, wie beispielsweise in der Robotik, Raumfahrt, Cloud, Cybersecurity, entstehen neue Jobs. KI-Kompetenz bietet Frauen damit die Möglichkeit, in zukunftsträchtigen Branchen zu arbeiten.
Gerade Frauen können spürbare Vorteile erfahren, wenn sie lernen, als „AI Augmented Professional“ mit KI zusammenarbeiten:
Produktivitätshebel: Viele Frauen tragen nach wie vor den Hauptteil der Care-Arbeit für Kinder, Familie und Organisation des Haushalts. Damit haben sie oft einen zweiten Job, der sich mit der Erwerbstätigkeit vereinbaren lassen muss. Sie würden daher im Alltag ganz besonders von wirkungsvollen Produktivitätshebeln profitieren.
Qualifikationshebel: Um den nach wie vor existierenden „Gender Pay Gap“ zu schließen und um Zugang zu spannenden Jobs zu erhalten, benötigen Frauen kraftvolle Qualifikationshebel, die ihren persönlichen Arbeitsmarktwert erhöhen. KI-Kompetenzen stellen genau diese Hebel dar. Der Satz „Be so good that others can’t ignore you“ gilt grundsätzlich für alle Geschlechter. Die Praxis zeigt aber sehr deutlich: Expertinnen im Bereich KI werden am Arbeitsmarkt nicht ignoriert, sondern umworben. Ihnen stehen viele Türen sehr weit offen.
Differenzierungshebel: Es gibt eine Kompetenzkategorie, die Menschen auch in Zukunft besser beherrschen werden als Maschinen: Dies sind soziale Kompetenzen, in denen Frauen besonders stark sind. Zwischenmenschliche Fähigkeiten wie Empathie, Kommunikationsstärke, Intuition und Fingerspitzengefühl zählen zu zentralen Future Skills, die erstens schwer zu automatisieren sind und zweitens in der Kombination mit Technologiekompetenz eine besondere Wirkung entfalten.