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Warum Leidenschaft der beste Karrierekompass ist

Siri Oberpottkamp wollte nie die lauteste Person im Raum sein. Überzeugt hat sie mit fachlicher Substanz und mit einem Thema, das sie seit Jahren antreibt: Cyber Security. Heute ist sie Direktorin bei PwC Deutschland und bewegt sich täglich zwischen technischem Know-how, strategischer Beratung und Teamführung. Im Gespräch erzählt sie, was aus ihrer Sicht langfristigen Erfolg ausmacht, warum fachliche Begeisterung Türen öffnet und wie man seinen eigenen Platz im Berufsleben findet.

Warum Leidenschaft der beste Karrierekompass ist

Du führst heute Teams und berätst Unternehmen in zentralen Sicherheitsfragen. Was bedeutet gute Führung für Dich?

Führung gibt Orientierung und Richtung vor, aber die besten Ergebnisse entstehen dann, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Stärken einbringen können. Besonders wichtig ist mir dabei die Frage nach dem Warum. Jede und jeder sollte verstehen, welchen Beitrag die Arbeit leistet und warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden. Nur dann entsteht echte Eigenverantwortung. Mein Führungsstil zeichnet sich zudem dadurch aus, dass ich eine hohe Eigenmotivation vorlebe, weil ich die Themen wirklich voranbringen möchte.

Hat sich Dein Führungsverständnis im Laufe Deiner Karriere verändert?

Ja, durchaus. Besonders die Zeit nach meiner Elternzeit hat mich geprägt. Ich bin mit einem anderen Selbstverständnis zurückgekommen und habe gelernt, Prioritäten klarer zu setzen. Früher wollte ich häufig möglichst vieles gleichzeitig unterstützen und voranbringen. Heute frage ich bewusster, welche Themen wirklich Wirkung entfalten und welchen Beitrag ich leisten kann. Das hat mich fokussierter gemacht, aber auch resilienter. Interessanterweise hat mich das nicht weniger teamorientiert gemacht. Im Gegenteil: Ich habe gelernt, dass gute Zusammenarbeit nicht bedeutet, immer alles selbst zu übernehmen. Manchmal bedeutet sie auch, klare Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu teilen und Vertrauen zu schenken.

Was begeistert Dich am Themenfeld Cyber Security?

Cyber Security war seit meinem ersten Job der rote Faden in meiner Karriere. Für mich ist es ein absolutes Zukunftsfeld, das nicht nur technisch, sondern auch rechtlich und politisch immer relevanter wird. Ich denke häufig an mein allererstes Projekt zurück: die Absicherung von Steuergeräten im Fahrzeug, die am Ende auch für die Fahrsicherheit entscheidend sind. Da habe ich verstanden, welche Verantwortung mit diesem Thema verbunden ist und wie breit Cyber Security in ganz unterschiedlichen Bereichen wirkt.
 
Was genau heißt das?
 
Jedes Unternehmen, jedes Produkt und jede Branche bringt andere Herausforderungen mit sich. Gerade im Beratungsumfeld begeistert mich diese Vielfalt bis heute. Ich habe die Möglichkeit, mit unterschiedlichsten Kunden und Mandanten zusammenzuarbeiten, neue Themen mitzugestalten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die langfristig Wirkung entfalten.

Du hast Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Welche Rolle spielt dieser Hintergrund heute?

Eine sehr große. Mein Mehrwert entsteht häufig dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Als Wirtschaftsingenieurin bewege ich mich zwischen Business und Technologie. Oft übersetze ich zwischen diesen Welten und sorge dafür, dass alle dieselbe Sprache sprechen. Genau diese Brückenfunktion ist über die Jahre zu einem wichtigen Bestandteil meiner Arbeit geworden.

Der Tech-Bereich gilt häufig als männerdominiert. Wie hast Du deinen Platz gefunden?

Das habe ich tatsächlich schon seit dem Studium erlebt. Frauen waren dort deutlich in der Minderheit. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, mich verändern zu müssen, um dazuzugehören. Ich wollte auch nie die lauteste Person im Raum sein, nur um sichtbar zu werden. Was mir immer geholfen hat, war fachliche Expertise. Wenn Menschen merken, dass du für dein Thema brennst und weißt, wovon du sprichst, entsteht Akzeptanz meist ganz von selbst. Gleichzeitig habe ich gelernt, authentisch zu bleiben und nie versucht, mich einem bestimmten Bild anzupassen. Gerade unterschiedliche Sichtweisen machen Teams aus meiner Sicht erfolgreicher.

Welche Chancen bietet PwC Deutschland für Menschen mit technischem Hintergrund?

PwC bietet vor allem die Chance, schnell dazuzulernen. Wir arbeiten mit unterschiedlichsten Kunden und Mandanten zusammen und bekommen Einblicke in verschiedene Industrien. Dadurch lernt man unglaublich viel und kann gleichzeitig eigene Schwerpunkte entwickeln. Gerade im Technologiebereich entstehen ständig neue Themen. Wer neugierig ist und Verantwortung übernehmen möchte, findet hier viele Möglichkeiten, ein eigenes Profil aufzubauen und neue Wege zu gehen. Das ist etwas, das ich selbst sehr schätze.

Welchen Rat würdest Du jungen Frauen mitgeben, die über einen Einstieg in den Tech-Bereich nachdenken?

Findet ein Thema, für das ihr wirklich brennt. Viel wichtiger als ein perfekter Karriereplan ist aus meiner Sicht echte Begeisterung für das, was man tut. Wenn man Interesse, Neugier und Ausdauer mitbringt, entwickelt sich vieles ganz natürlich weiter.

Und vor allem: Bleibt authentisch. Man muss sich nicht verbiegen, um erfolgreich zu sein. Die spannendsten Wege entstehen oft dann, wenn man sie selbst definiert, anstatt externen Erwartungen zu folgen.

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Über PwC

PwC Deutschland gehört zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften und begleitet mit rund 15.000 Mitarbeitenden Unternehmen bei komplexen wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen.