4. „Ich habe noch genug Zeit.“
Früher dachte ich bei vielem: Das kann ich auch später noch angehen, ich habe ja noch Zeit. Dabei habe ich Dinge, die mich gestört haben, einfach ausgesessen. Heute weiß ich, dass „später“ nichts ist, worauf ich mich verlassen kann. Ich ärgere mich deshalb weniger und ändere mehr. Wenn mich etwas stört, ist das kein Grund zu warten, sondern das Signal, jetzt etwas zu tun.
5. „Jetzt musst Du besonders auf Dich aufpassen und kürzertreten.“
Kaum war ich aus dem Krankenhaus entlassen, kamen die gut gemeinten Ratschläge: langsamer machen, vorsichtiger leben, schonen. Mein Motto ist eher: Der Blitz schlägt ja wohl hoffentlich nicht zweimal ein. Und wenn doch? Deswegen mein Leben auf Sparflamme stellen und abwarten? Nein. Vorsicht ist keine Versicherung, sie ist nur eine kleinere Version vom Leben. Ich mache seitdem nicht weniger, sondern konsequenter nur noch das, wofür ich meine Energie wirklich hergeben will.
6. „Ich fange an, wenn ich bereit bin.“
Wir sind bereit, wenn wir anfangen, nicht andersrum. Hätte ich auf „bereit“ gewartet, würde es das Unternehmen, das ich gerade aufbaue, vermutlich gar nicht geben, da sowohl meine Mitgründerin als auch ich als Branchenfremde alles on-the-go lernen. Kurzum: Ich war nie bereit, ich habe einfach angefangen und wurde es dabei.
Meine Erkrankung war für mich ein Brandbeschleuniger. Ich hätte lieber anders herausgefunden, was ich heute weiß. Und ich bin trotzdem dankbar, dass ich meine Learnings so heute weitergeben kann.