Den Menschen scheint es immer schlechter zu gehen. Wir kennen die Statistiken: immer mehr Krankheitstage, die Einsamkeit und der Stresspegel steigen, die Resilienz sinkt und psychische Leiden sind allgegenwärtig.
Der Grund ist schlicht: Wir laufen als Steinzeitmenschen mit einem Gehirn 1.0 durch eine digitale Welt 4.0. Das kann nicht gut gehen. Doch der Hirnforschung sei Dank gibt es drei einfache Tricks für Ruhe und neue Energie.
Trick 1: Mehr Fokus mit dem KEN-Modell
Unser Hirn ist durch den Vagusnerv mit unserem Körper verbunden. Wenn wir viele angstvolle und depressive Gedanken haben, kann diese Information über Hormone an unseren Bauch weitergeleitet werden. Dadurch können unsere Entzündungswerte steigen. Wir können uns also wortwörtlich krank denken.
Die Frage ist also: Mit was füttern wir unsere Gedankenmaschine?
Was wir in einer Stunde in den a-sozialen Medien (ich nenne sie so, da sie uns nachweislich einsamer und unempathischer machen) sehen, ist mehr Information, als unsere Vorfahren im Mittelalter während ihres gesamten Lebens erhalten haben.
Viele dieser Informationen sind für uns und unsere Mitmenschen irrelevant: Es sind Push-Nachrichten vom Säbelzahntiger, da sie hauptsächlich dramatisch, negativ, aufregend und effekthascherisch sind. Sie wirken, weil unser Steinzeithirn Positives unwichtig findet und wir eine Faszination für das Defizit haben. Die Devise lautet: „Mehr Drama, Baby!“ oder es ist einfach leichter und sogar angenehmer zu leiden, als loszulassen. Das gilt nicht nur für die Flut an Nachrichten, sondern auch für so manche Beziehung.
Blöd nur, dass unser Hirn das nicht reflektiert. Wir drehen durch den Konsum von Push-Nachrichten unser Gedankenkarussell mit immer verrückteren Gefahren, Ängsten und Sorgen. Wir sind nun mal Gedankenriesen und Umsetzungszwerge. Dabei ist nachweislich niemandem geholfen, wenn wir stundenlang leidvolle Informationen konsumieren.
Hier hilft mein KEN-Model:
KEN steht für
• Kontrolle
• Einfluss und
• Nichts.
Alles, was wir nicht kontrollieren und beeinflussen können, das lassen wir los und sein. Doomscrolling ist kein Aktivismus. Wir helfen niemandem und ändern nichts, wenn wir uns durch News in einen Stresszustand versetzen. Es nützt niemandem, wenn wir auf dem aktuellen Stand der derzeitigen Kriege sind, außer Sie sind eine zuständige Generalin.
Stattdessen können wir die Tricks zwei und drei umsetzen und wirklich etwas bewirken: Dadurch finden wir Ruhe, können arbeiten gehen und Geld verdienen - womit wir dann wirklich Einfluss generieren und beispielsweise Geld an Kriegsflüchtlinge spenden können. Das ist befriedigender und gesunder Aktivismus.
Ich persönlich begegne dem Säbelzahntiger nur einmal kontrolliert am Morgen. Ich schaue mir das Weltgeschehen an und kümmere mich für den Rest des Tages nur noch um das K und E. Übrigens macht Multitasking uns dumm: Wir verlieren im Schnitt zehn IQ-Punkte, wenn wir uns auf eine Sache fokussieren und uns dann durch den Säbelzahntiger ablenken lassen. Push-Nachrichten daher jetzt direkt mal abschalten.