Sandra Piske

Gen Z: Was die nächste Generation von der Arbeitswelt erwartet

STRIVE+ | Yaël Meier, Jahrgang 2000, ist Co-Gründerin der Schweizer Beratungsagentur Zeam und ein Sprachrohr der Generation Z. Sie weiß, worum es den zwischen 1995 und 2010 Geborenen geht: um Work-Life-Blend. Wie genau die Gen Z in Sachen Arbeit tickt, hat sie STRIVE erklärt.

Gen Z: Was die nächste Generation von der Arbeitswelt erwartet

Foto: Dominik Lindegger

Die Gen Z steigt gerade in den Arbeitsmarkt ein. Auf wen treffen die Unternehmen?

Auf selbstbewusste Leute mit einer neuen Denkweise, die in einer völlig anderen Welt als die vorherigen Generationen aufgewachsen sind. Sie kennen eine Welt ohne Internet nicht und verstehen digitale Technologien intuitiv. Im Zuge der Digitalisierung bringen diese Menschen großes Potenzial für Unternehmen mit.

Haben Social Media Einfluss darauf, wie die Gen Z arbeiten will?

Corona hat Homeoffice und Remote-Arbeit aufgelockert, aber es ist noch lange nicht da, wo junge Leute sich sehen. Als Mitglied der Gen Z sehe ich auf Social Media, wie von überall auf der Welt gearbeitet wird. Das sieht cool aus, das will ich dann auch. Wer als Firma auf solche Wünsche nicht eingeht, könnte es schwer haben, junge Talente für sich zu begeistern.

„Die Gen Z hat keine Angst vor Arbeit, sondern vor starren Strukturen.“

Auf welche Hürden trifft die Gen Z auf dem Arbeitsmarkt?

Die Strukturen vieler klassischer Unternehmen sehen nicht vor, dass Einsteiger:innen etwas zugetraut wird. Dabei haben die Jungen ein Know-how, das viel mehr wertgeschätzt werden sollte. Wir wollen schnell Verantwortung übernehmen und nicht erst fünf Jahre unten arbeiten, bevor wir etwas Spannendes machen dürfen. Das macht keinen Spaß – und dabei geht viel Potenzial verloren.

Woher kommt die Wahrnehmung, die Gen Z würde nicht gern arbeiten?

Weil sie in der Arbeitswelt völlig neue Forderungen stellt. Ein Beispiel: Wir mögen flexible Arbeitszeiten. Wenn jemand später anfangen möchte und dafür abends länger bleibt, dann ja nicht, weil er oder sie faul ist. Außerdem möchten wir nur so lange arbeiten, wie es dauert, und danach keine zwei Stunden Zeit bis zum Feierabend absitzen. Wer aber schon seit 30 Jahren mit fixen Arbeitszeiten arbeitet, hat vielleicht ein Problem damit und nimmt uns als arbeitsscheu wahr. Wir haben aber keine Angst vor Arbeit, sondern vor starren Strukturen.

Worin unterscheiden Sie sich eigentlich von der Gen Y?

Uns sind Prestige und ein gutes Gehalt wieder wichtiger als der Gen Y, die ihren Fokus mehr auf die Work-Life-Balance gelegt hat. Meine Generation ist extrem macherisch, unternehmerisch und aktivistisch. Zig Studien zeigen, dass die Gen Z sehr karriereorientiert ist. Bei uns geht es um einen WorkLife-Blend – die Grenzen von Arbeit und Leben verschmelzen.

Worauf legt Ihre Generation sonst noch Wert?

Wir haben in unserer Agentur Zeam das „Lovejob-Modell“ entwickelt, das zeigt, wie man junge Talente ansprechen sollte. Es gibt drei Säulen: die externe und interne Wertschätzung sowie das Geld. Eine gute Balance dieser drei Säulen ist das Kriterium, nach dem sich die Mitglieder der Gen Z einen Arbeitgeber aussuchen.

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