ZUNÄCHST IST ES ENTSCHEIDEND, dass Arbeitnehmende, die eine Auszeit planen, dies bei ihren Führungskräften gut begründen. Hier könne man sich auf das eigene Gespür verlassen. Nicht jeder will alle Karten auf den Tisch legen, erst recht nicht, wenn der Grund für eine Auszeit vielleicht Erschöpfung ist. „Wenn ich Zweifel habe, ob ich so etwas offen ansprechen sollte, ist das meist begründet“, meint Karin Lausch.
Sie rät dann dazu, die Dramatik rauszunehmen. Statt zu sagen „Ich kann nicht mehr“, solle man es etwas weniger drastisch formulieren, etwa: „Ich möchte eine Pause einlegen, um mit frischer Energie zurückzukommen.“ Überhaupt sei es wichtig, wie man in so ein Gespräch reingehe. „Da sollte ich mich nicht entschuldigen, sondern einfach begründen, warum ich eine Auszeit brauche, und erklären, wie der Plan dafür aussieht“, rät Karin Lausch. „Eine Pause bringt schließlich auch Verhandlungsmacht mit sich.“
Wer die eigene Karriere strategisch planen und gleichzeitig eine Auszeit machen möchte, solle die Bedingungen am besten vorverhandeln: Mit wie vielen Stunden komme ich zurück? Welche Verantwortung will ich übernehmen? Welches Gehalt möchte ich bekommen, wenn ich wieder da bin? In der Pause könne man dann zum Beispiel drei Dinge für sich definieren, die man nie wieder mitmachen möchte. „Wer während der Pause klarzieht, welche Spielchen, Überstunden-Normalität oder Machtmuster künftig nicht mehr akzeptiert werden, kommt stärker zurück“, sagt Karin Lausch.
Diese Klarheit sei in der Karriereplanung ein echter Vorteil. Um sich auf den Aus- und Wiedereinstieg vorzubereiten, findet sie es zudem hilfreich, sich mit jemandem auszutauschen, die oder der bereits eine lange Auszeit hinter sich hat.