KI verschiebt Aufgaben
Hinzu kommt, dass Arbeit durch KI nicht einfach verschwindet, sondern sich verschiebt. Ergebnisse müssen geprüft, eingeordnet und verantwortet werden. Was unten eingespart wird, landet oft weiter oben, bei Experts, Seniors und Führungskräften. Ausgerechnet bei denen, die ohnehin schon zu viel operative Last tragen und zu wenig Zeit für echte Führung haben. Das vermeintliche Effizienzprogramm wird dann zur nächsten Überforderungsschleife.
Deshalb sollte man gerade dort nicht an Juniors sparen, wo Unternehmen zukünftige Verantwortungsträger aufbauen wollen, in Funktionen mit hoher Lernkurve, großem Kontextbedarf und Führungsrelevanz. Vertrieb, Produkt, Beratung, People-Bereiche oder Projektsteuerung leben nicht nur von Output, die Urteilskraft bereichert sie. Der klassische Junior als menschliche Fleißmaschine wird tatsächlich weniger gebraucht. Aber der entwicklungsfähige Junior, der KI nutzen, Ergebnisse bewerten und Verantwortung übernehmen kann, wird wichtiger.
Wir müssen Junior-Stellen neu definieren
Das eigentlich Verrückte ist, dass vielerorts nicht einmal darüber nachgedacht wird, den Einstieg neu zu definieren, statt ihn abzuschaffen. Wer heute jeden Junior wegoptimiert, darf sich morgen über fehlende Seniors und schwache Führungspipelines nicht wundern. KI kann Aufgaben übernehmen. Aber sie baut keine Führungskräfte auf.
Die Zukunft gehört also nicht Unternehmen, die nur noch auf erfahrene Einzelkämpfer setzen. Sie gehört denen, die Nachwuchs anders einsetzen. Genau darin liegt der Unterschied zwischen Sparmaßnahme und Strategie.