Stilberatung: Was kann die Outfittery-Box?

Haben Sie schon mal von einem Personal Stylist geträumt? Einer Person, die sich eigens anhand Ihres persönlichen Stils und Körpertyps Outfits überlegt und Ihnen diese dann auch noch bequem nach Hause schickt? Bislang war das ein sehr teures Unterfangen. Outfittery gibt nun auch den schmaleren Portemonnaies eine Chance auf dieses Erlebnis. Kuratierte Boxen, die neue Styles per Paket an die Kundschaft bringt. Seit kurzem gibt es diesen Service auch für Frauen – wir haben ihn für Sie unter die Lupe genommen.


Bei Outfittery gibt es kuratierte Outfits von professionellen Stylists

Ich bin ehrlich: Ich liebe Shopping. Das Recherchieren von neuen Trends, Outfitideen und Sale-Angeboten macht mir Spaß – ganz zu schweigen von dem Moment, in dem ich mit neuen Klamotten einen Laden verlassen kann. Über die Jahre habe ich gelernt, welche Farben und Schnitte mir stehen und in welchen Teilen ich mich wohl fühle. Ich steuere bestimmte Läden und Marken an wie eine sichere Bank. Man könnte meinen, ich bin das Gegenteil einer Person, die sich ein Personal Styling herbeisehnt. Ganz so einfach ist es aber nicht. Durch meine Shopping-Erfahrung hat sich allerdings auch eine, sagen wir, klare Linie herausgestellt und meine Kreativität lässt nach. In meinem Kleiderschrank tummeln sich zahllose schwarze Oberteile und die immer gleich sitzenden Jeans. Im Alltag fehlt mir schlichtweg die Zeit, mich selbst neu zu erfinden.

Umso gespannter war ich auf den Personal Styling Service Outfittery – diesen gibt es schon fast 10 Jahre für Männer, Oktober letzten Jahres wurde der Service nun auch für Frauen gelauncht. Die Idee ist simpel: Man beantwortet einen Fragebogen, gespickt mit Fragen rund um das eigene Stilempfinden, bevorzugte Farben und Schnitte sowie den Anlass, für den man sich gerne einkleiden lassen möchte. Ein:e persönliche:r Stylist:in kuratiert dann Kleidungsstücke, die man nach Hause geschickt bekommt. Der Jahreswechsel war nun ein perfekter Anlass, meinen aktuellen Kleiderschrank mit professioneller Hilfe aufzupeppen. Ganz nach dem Motto: Neues Jahr, neuer Look. Ich habe mich daher sehr gefreut, dass ich die Outfittery-Box daher testen durfte – und es gab einige Überraschungen!


Step 1: Der Fragebogen

Gesagt, getan: Ich klicke mich durch die Online-Fragebogen. Was mir positiv auffällt: Die große Bandbreite bei den Punkten „Größe“ und „Gewicht“ macht den Bogen an sich zu einem wunderbar inklusiven Erlebnis. Auch schön: Für unterschiedliche Kleidungsstücke habe ich die Möglichkeit, mein persönliches Budget zu definieren.


Step 2: Mein Stilprofil & das Beratungsgespräch

Mit dem Test wird nun das eigene Stilprofil hinterlegt. Ich klicke mich noch etwas durch und entdecke zufällig noch weitere Individualisierungsmöglichkeiten, wie beispielsweise eine eigene Fotodatenbank, in der ich Fotos von mir und meiner Style-Inspiration hochladen kann. Für Menschen, die den Service als Zeitersparnis nutzen, könnte man diese coole Funktion sicher noch etwas prominenter im Prozess platzieren. Ich bin schon ganz gespannt auf meine persönliche Auswahl, daher freue ich mich auch sehr auf mein Telefonat mit Hida, die mir als meine persönliche Stylistin „zugeteilt“ wird. Wir besprechen nochmal konkrete Vorlieben und No Gos. Hida erklärt mir, dass die erste Outfittery-Box auch gerne „Kennenlernbox“ genannt wird, bei der man sich stilistisch beschnuppern kann – jetzt bin ich noch gespannter, was sie für mich ausgewählt hat.


Kleine Details zeigen, dass die User Experience im Prozess wirklich bis zum Ende gedacht ist

Step 3: Die persönliche Auswahl

Meine Kolleg:innen erschrecken sich kurz, als ich die Mail mit meiner persönlichen Auswahl im Postfach entdecke und aufquieke. Der Großteil der Kleidungsstücke gefällt mir sehr gut, zwei Kleidungsstücke lasse ich von Hida noch austauschen. Das geht aktuell noch nicht automatisiert – auch der Algorithmus von Outfittery muss mich erst noch etwas kennenlernen, bevor mir automatisch Alternativen vorgeschlagen werden. Dafür bin ich mir aber sicher, dass Hida gute Alternativen aussucht. Was mir bei der Lieferung positiv auffällt: Das Paket ist gestaltet wie ein Koffer und ist versehen mit einem praktischen Tragegriff. Man könnte es kleinlich nennen, aber ich liebe solche Details. Sie zeigen, dass die User Experience im Prozess wirklich bis zum Ende gedacht ist. Das Paketinnere ist außerdem liebevoll verpackt und ich fange direkt an, die Outfits anzuprobieren. Alle Kleidungsstücke passen mir. Auch wenn einige an mir nicht so aussehen, dass es mir persönlich gut gefällt – das gehört zum Ausprobieren eben dazu. Positiv überrascht werde ich von Teilen, bei denen ich zunächst noch unsicher war, wie sie mir stehen würden. Neben neuen Kleidungsstücken habe ich daher weitere Erkenntnisse dazugewonnen: Die Lederleggings geht mit einem weinenden Auge zurück – wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Der Strickpullover mit Trompetenärmeln hat dafür das Potenzial, mein neuer Favorit zu werden.


Step 4: Nach der Box ist vor der Box

Ich entscheide mich dafür, bis auf zwei Teile Alles zu behalten. Für die Retoure kann ich in meinem Profil entspannt eine kostenlose Abholung beauftragen. Kleiner Haken: Ich habe nur sieben Tage Zeit für die Retoure. Da ich relativ häufig online shoppe, bin ich im Schnitt längere Retoure-Zeiten gewöhnt. Der Abholservice erleichtert mir den Schritt zwar, wir dürfen aber nicht vergessen, dass einer der Hauptvorteile der Outfittery-Box die Zeitersparnis ist. Ein Pluspunkt auf der anderen Seite: Die Rechnung habe ich parallel zur Lieferung per Mail erhalten und auch meine Zahlungsdaten während Step 1 bereits ausgefüllt. Ab jetzt kann ich mich kann mich also zurücklehnen und mich gedanklich ganz über meine neuen Looks freuen. Outfittery funktioniert mit einem Abomodell, sprich: In frühestens zwei Monaten erhalte ich, sofern ich die Funktion nicht deaktiviere, erneut eine persönliche Auswahl nach Hause geschickt.


Fazit & Bewertung

Vorweg: Mein erstes Bild von Outfittery wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil. Mein positiver Eindruck während des Fragebogens wurde durch einen wirklich tollen Service und schlaue Details während des Prozesses bestätigt, weshalb es im allgemeinen Eindruck und für die User Experience glatte fünf Sterne gibt. Lediglich bei der Benutzer:innenfreundlichkeit kann man denke ich noch ein Stückchen mehr rausholen, indem man alle Funktionen während der Beratung (beispielsweise durch das Hervorheben des Profils und der Fotodatenbank) noch mehr hervorhebt und bspw. die Retourenzeit verlängert. Der Service für Frauen steckt noch in den Kinderschuhen, was sich zum Teil in der Produktpalette oder der Customer Journey noch zeigt – das sind aber alles Punkte, die man schnell ausbessern kann und wahrscheinlich in den nächsten Monaten optimiert werden. Was das Preis-Leistungsverhältnis angeht, ist uns wahrscheinlich allen klar: Ein persönlicher Stylingservice ist keine Lebensnotwendigkeit und die Marken aus dem Produktportfolio befinden sich eher im mittleren bis gehobenem Preissegment. Allerdings muss man hierbei betonen, dass dies bei allen Personal Stylings der Fall ist und man dafür, dass man keine extra Service-Gebühr für das Styling zahlt, einen tollen Service für ein schmales Budget erhält. Alles in allem kann ich die Outfittery-Box wirklich empfehlen für alle, die auf der Suche nach etwas Outfit-Inspiration sind und für diejenigen, die schlichtweg keine Zeit haben, sich selbst auf die Suche nach neuen Looks zu machen. Ich bin jedenfalls gespannt, wo die Outfittery-Reise noch hingeht!


Über die Autorin:

Hannah Andresen ist bei STRIVE für die Social-Media-Kanäle und die Community verantwortlich. Die Hamburgerin arbeitete zuvor für die Unternehmenskommunikation einer der größten deutschen Werbeagenturen. Für STRIVE Online interviewt sie spannende Rolemodels und testet spannende Produkte und Services.