Sarah Jürs

vor 9 Tagen

Feind, Todfeind, Parteifreund

„Mein Gott, bewahre mich vor meinen Freunden, mit meinen Feinden werde ich allein fertig“, schrieb Voltaire. Ein zynischer Satz, genauso zynisch wie der Begriff Parteifreund, der, wird er benutzt, gemeinhin alles andere als etwas freundschaftliches ausdrücken soll, sondern eher als sarkastische Steigerung von Todfeind gebraucht wird. Willy Brandt und Herbert Wehner waren solch historische Feindgestalten. Dicht gefolgt von Helmut Kohl und Richard von Weizsäcker.

Ein jüngeres Beispiel fand sich im Trio Infernale der Kandidaten um den CDU-Vorsitz: Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz. Der Plot dieses Politthrillers besaß in etwa die Dramatik einer drittklassigen Telenovela nachmittags um drei. Viel Lärm um nichts! Man kam nicht umhin, als manchmal - wenn auch nur kurz, versprochen! - diesen alten Zeiten hinterher zu trauern, in der politische Duellanten ihre Duelle noch von Angesicht zu Angesicht austrugen, anstatt ausschließlich in die Leere irgendwelcher Kameralinsen zu nörgeln. Solche Salven an Verbalfeuer in der Art eines Herbert Wehners oder eines Franz Josef Strauß, diese fehlten manch streitbaren, politischen Beobachter:in dieser Tage. Eine saubere, politische und intelligente Konfrontation mit Niveau und fachlicher Tiefe hätte wesentlich mehr Spaß gemacht, als Friedrich Merz beim Schmollen zuzuschauen.

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Feind, Todfeind, Parteifreund

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