Auch Sport ist ein Vorsatz, der im Alltag regelmäßig aufploppt und wieder untergeht. Was rätst Du, um Bewegung maximal niedrigschwellig in den Alltag zu integrieren?
Viele denken, nur ein einstündiges Workout sei „richtiges Training“. Das stimmt nicht. Schon 15 bis 20 Minuten Krafttraining können einen Unterschied machen, vorausgesetzt, sie werden regelmäßig durchgeführt. Jede Muskelgruppe sollte mindestens zweimal pro Woche trainiert werden. Ich bin außerdem ein großer Fan von Alltagsbewegung: Treppen statt Aufzug, kurze Spaziergänge nach dem Essen oder das Fahrrad statt des Autos summieren sich über die Woche enorm. Diese Bewegung ersetzt zwar kein gezieltes Krafttraining, sie verbessert aber den Kalorienverbrauch, die Herz-Kreislauf-Gesundheit und oft auch das allgemeine Wohlbefinden.
Was kann dahinterstecken, wenn ich mich trotz gesunder Ernährung und Bewegung dauernd müde und energielos fühle?
Für gibt es viele mögliche Ursachen. Häufig sehe ich bei Frauen einen zu hohen Alltagsstress, zu wenig Schlaf oder eine dauerhaft zu geringe Energiezufuhr. Wer ständig im Kaloriendefizit lebt oder aus Angst vor Kohlenhydraten und Fetten zu wenig isst, kann sich trotz gesunder Ernährung erschöpft fühlen. Daneben kommen aber auch medizinische Ursachen infrage, etwa Eisenmangel, Vitamin-B12- oder Vitamin-D-Mangel, Schilddrüsenprobleme oder hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren. Deshalb sollte anhaltende Müdigkeit nie einfach als „normal“ hingenommen werden.
Wann sollte ich Beschwerden ärztlich abklären lassen?
Der erste Schritt ist immer, die Grundlagen ehrlich zu überprüfen: Schlafe ich ausreichend? Esse ich regelmäßig und genügend? Bewege ich mich sinnvoll, ohne meinen Körper permanent zu überfordern? Trinke ich genug? Bleiben die Beschwerden über mehrere Wochen bestehen oder kommen Symptome wie Schwindel, Konzentrationsprobleme, starker Leistungsabfall oder Herzrasen hinzu, sollte unbedingt eine ärztliche Abklärung erfolgen. Ein Blutbild mit Eisenstatus, Vitamin B12, Vitamin D, Cortisol, sowie die Kontrolle der Schilddrüse können wichtige Hinweise liefern. Gerade Frauen neigen dazu, Erschöpfung lange als normalen Bestandteil ihres Alltags zu akzeptieren, das sollte man nicht.
Was ist Dein persönlicher „Energie-Hack“, der Dir im Alltag am meisten hilft, Dich wach und energetisch zu fühlen?
Mein größter Energie-Hack ist tatsächlich erstaunlich unspektakulär: Ich starte etwa zwei Stunden nach dem Aufstehen mit einer proteinreichen Mahlzeit und entkoffeiniertem Kaffee in den Tag und versuche, mich, wenn es zeitlich passt, möglichst früh zu bewegen, selbst wenn es nur ein zehnminütiger Spaziergang ist. Viele unterschätzen außerdem die Wirkung von Krafttraining. Es kostet zwar kurzfristig Energie, sorgt langfristig aber dafür, dass wir belastbarer werden, besser schlafen und uns im Alltag leistungsfähiger fühlen. Für mich sind ausreichend Protein, regelmäßiges Krafttraining und guter Schlaf die drei wichtigsten Säulen für mehr Energie.