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  • Das Erbe der Witwe Clicquot

    Nachberichterstattung | Wir durften beim diesjährigen "Bold Woman Award" dabei sein und das Event als Medienpartner unterstützen. Unsere Herausgeberin Katharina Wolff hat den Abend mit vielen tollen Frauen und Rolemodels verbracht und teilt hier ihre Eindrücke mit Ihnen. Es gibt nicht genug Frauen in Führungspositionen. Und ja, es fließt auch nicht genügend Investmentkapital in die Start-ups von Frauen. Diese Fakten sind bekannt. Weniger bekannt ist, dass Frauen, auch wenn sie erfolgreich sind, weniger sichtbar sind – denn Sichtbarkeit ist schwerer zu messen als die Anzahl weiblicher CEOs in Dax-Unternehmen. Unter dem Titel “Die Welt abbilden, wie sie ist” veröffentlichte Der Spiegel zum diesjährigen Weltfrauentag eine Datenanalyse der eignen Artikel aus Print und online innerhalb eines Jahrs. Ausgewertet wurde, wie viele Frauen und Männer genannt, beschrieben oder zitiert werden. Das Ergebnis: In den fast 40.000 Texten sind 107.000 Erwähnungen Männer und nur 28.000 Frauen. Außerdem haben 42 Prozent der Artikel ausschließlich männliche Protagonisten in nur sechs Prozent der Fälle sind es Frauen. Das Beispiel zeigt, welche Rolle auch die Medien beim Thema Gleichberechtigung spielen. Frauen und ihre Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen, ist vom ersten Tag an eines der Leitmotive für uns bei STRIVE und daher waren wir sofort an Bord, als das Champagnerhaus Veuve Clicquot uns fragte, ob wir Medienpartner bei ihrem „Bold Woman Award“ werden wollen. Aufgebaut von der Witwe – Veuve auf Französisch – Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin, die mit nur 27 Jahren das Weingeschäft ihres Mannes nach dessen Tod übernahm, ist es heute eine der bekanntesten Champagnermarken und zugehörig zum Luxusgüterkonzern LVMH. Seit 1984 verleiht das Unternehmen einmal im Jahr in Berlin den „Veuve Clicquot Bold Woman Award“ und ab sofort ist STRIVE dabei. Die Mission hinter dem Award: „Rollenmodelle von heute und morgen identifizieren und Frauen auszeichnen, die durch ihre eigenen Wege inspirieren – ihnen eine Bühne bieten, sie sichtbar machen.“ Sichtbar waren sie vor allem auch bei der Veranstaltung in der Französischen Botschaft in Berlin, denn von den 100 geladene Gästen waren der Großteil Unternehmerinnen, Schauspielerinnen und Managerinnen aus Wirtschaft, Funk und Medien – ein Abend der starken Frauen. Sie füllten den Veranstaltungsort mit Energie und Inspiration. Es war ein Moment zum Innehalten und Genießen, denn durch die Pandemie sind wir solcher Begegnungen lange beraubt worden. Frauenquoten zu heben ist wichtig, sie dann aber auch sichtbar zu machen und ihnen eine Plattform zu bieten, ist es ebenso. Veuve Clicquot ließ dieses Jahr diese Ehre den zwei Gewinnerinnen Sonja Jost (Bold Woman Award), Gründerin des Chemie-Start-ups Dexlechem, und Nora Blum (Bold Future Award), Gründerin des Digitalunternehmens Selfapy, das Kurse gegen psychologische Beschwerden anbietet, zu Teil werden. Sie überzeugten die siebenköpfige Jury mit ihrem Mut, ihrer Willensstärke, aber auch ihrem Pioniergeist und ihrem sozialen Engagement, erklärte Moderatorin Nazan Eckes, die durch den Abend führte. Zu den hochkarätigen Nominierten gehörten außerdem Iris Braun, Co-Gründerin von Share, Maria Mann, CEO von Financery, die Mitgründerin von Infarm Osnat Michaeli und Katharina Kreitz, Co-Gründerin von Vectoflow. Frauenquoten zu heben ist wichtig, sie dann aber auch sichtbar zu machen und ihnen eine Plattform zu bieten, ist es ebenso. Dexlechem gründete Sonja Jost 2013 in Berlin. Eine grüne chemisch-pharmazeutische Industrie zu schaffen ist seither ihre Vision. Mit ihrem Start-up setzt sie wichtige Grundsteine für eine Revolution des Pharmawesens – innerhalb weniger Jahre ist es ihnen gelungen, den noch sehr konservativen Markt erfolgreich zu erschließen. „Heute ist die Zeit, in der die nächste große Generation an Chemieunternehmen entstehen wird und wir haben die letzten Jahre das Fundament dafür geschaffen, eines davon werden zu können“, erklärt sie stolz. Das Unternehmen bietet grüne Hightech-Dienstleistungen und schafft so einen neuen Stand der Technik. Acht Jahre nach der Gründung ist Dexlechem weltweit aktiv, zum Beispiel auch in den USA, Japan und Südkorea. Die zweite Preisträgerin ist Nora Blum und das Coaching-Konzept hinter Selfapy. Das Start-up entwickelte Online-Kurse, die Patient:innen helfen, ihre psychologischen Beschwerden zu bekämpfen. Seit fünf Jahren bietet das Team aus 70 Mitarbeiter:innen und 25 Psycholog:innen spezifische Kurse zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. Nach einem digitalen Vorgespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt wird ein Rezept ausgestellt, sodass Krankenkassen den 12-wöchigen Kurs übernehmen. An diesem Abend feierten mit den Nominierten und Preisträgerinnen die Digitalstaatsministerin Dorothee Bär, die auch der Jury beisaß, Schauspielerin Natalia Wörner, Model und Jurymitglied Sara Nuru, STRIVE Kolumnistin und SAP Managerin Nina Straßner, die Publizistin Diana Kinnert und die Journalistinnen Dunja Hayali und Duezen Tekkal. Außerdem machten die Ooia-Gründerinnen Kati Ernst und Kristine Zeller, „Forbes 30 under 30“ und Civey Gründerin Janina Mütze und viele andere den Abend perfekt. Es war ein Abend des Kennenlernens und Netzwerkens. Jost sieht darin einen der wichtigsten Bausteine für Frauen in männerdominierten Branchen: „Wir Frauen müssen uns unterstützen, weil wir das benachteiligte Geschlecht sind. Leider sehe ich solch eine Kooperation in der Wirtschaft noch viel zu wenig, da muss noch viel mehr zusammengearbeitet werden!“ Der Bold Women Award ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dieses Jahr treten Sonja Jost und Nora Blum in die Fußstapfen von weiteren internationalen Gewinner:innen, die den Award im Laufe der Zeit erhielten und das kühne Erbe von Madame Clicquot in Ehren halten – mit Stärke, Stolz und Sichtbarkeit.

  • Warum wir nicht alles alleine schaffen müssen

    What's your Story | Christine Theodorovics ist Mitglied im Europäischen Management Team der AXA Gruppe. Sie war bereits in drei Ländern in der Vorstandsetage tätig und blickt auf eine ausgeprägt internationale Karriere zurück. Außerdem setzt sich für Diversität & Inklusion ein und unterstützt die Sichtbarkeit sowie die Stimmen von Frauen. Mit uns spricht sie über ihre Visionen und Learnings, sowie ihren größten Fehler. Frau Theodorovics, was ist Ihr Job, wie und mit was beeinflussen Sie die Ausrichtung Ihres Unternehmens? Ich bin Chief Strategic Development Officer, und Mitglied des Europäischen Management Teams. Meinen Job verstehe ich in erster Linie als Sparringspartnerin der CEOs. Das bedeutet, dass ich diese bei der Entwicklung und Implementierung der Strategie von Anfang an unterstütze und aktiv mitgestalte. Außerdem habe ich einen Zuständigkeitsbereich über drei Länder, bei denen ich auch AXA als Shareholderin in den diversen Aufsichtsräten vertrete. Der Job ist sehr international, vielfältig und mit einem hohen Maß an Verantwortung, was ich sehr schätze. Was muss eingetreten sein, damit Sie sagen Sie waren erfolgreich? Wenn durch positives Engagement aller und in guter Teamarbeit die gemeinsamen Ziele erreicht werden, war ich, meiner Auffassung nach, erfolgreich. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass Ziele nur erreicht werden können, wenn Visionen auch aktiv gelebt werden. Was ist Ihre Vision für Ihr Unternehmen? Eine Versicherung schützt. Das ist das Grundprinzip. Bei AXA ist unsere Purpose: “Act for human progress by protecting what matters”- das treibt mich an. Vor allem in den Bereichen ESG, Digitalisierung sowie Diversität & Inklusion stehen wir noch vor großen Herausforderungen. Unsere Aufgabe besteht darin, sich rechtzeitig und proaktiv mit diesen relevanten Themen auseinander zu setzen. Wie würde Ihr Team Sie beschreiben? Meine Kolleg:innen beschreiben mich als aktiv, ehrlich und authentisch. Das sind auch alles Eigenschaften, die mir viel bedeuten. Wann haben Sie Mal „nein“ gesagt? Als ich z.B. die Niederlassung in Singapur aufgebaut habe. Mir wurde danach die Leitung dort angeboten, aber gemeinsam mit meinem Partner habe ich mich letzten Endes dagegen entschieden. Was sind die ersten drei Dinge, die Sie im Büro (oder Home-Office) machen? Wenn ich im Home-Office bin, dann starte ich meinen Tag oft mit einer Yoga-Session oder ich gehe laufen. Danach schmeckt der Kaffee noch besser und der Computer lässt sich geschmeidiger hochfahren, um die ersten Mails zu checken. Sport erdet mich und macht den Kopf frei. Was hat Sie fachlich am meisten erstaunt? Die Vielseitigkeit der Versicherungsbranche hat mich wirklich überrascht: Sie ist nicht nur sehr spannend, sondern vor allem extrem vielseitig und facettenreich. Bei Versicherung denkt man oft zuerst vor allem an Versicherungsvertreter:innen, aber in der Branche steckt so viel mehr. Was war die größte Herausforderung, die Sie dabei überwinden mussten? Bei der ersten CEO-Position musste ich mir in sehr kurzer Zeit die technischen Kompetenzen aneignen, um entscheidungsfähig zu sein. Damals habe ich viele Stunden mit Aktuar:innen und Versicherungsmathematiker:innen verbracht. Was hat Sie auf Ihrem Weg bisher immer weitergebracht? Meine uneingeschränkte Neugier, Offenheit und mein proaktives Verhalten. Hinzukommt die Freude, neue Herausforderungen anzunehmen und es fällt mir leicht, mich auf neue Realitäten und ein unbekanntes Umfeld einzulassen. Das ist ein großer Vorteil in meinem Bereich. Was werten Sie als Ihren größten Erfolg? Für mich ist alles ein Erfolg, wenn es meinem Team und mir gelingt, die gewünschten Ziele zu erreichen, und zwar auf faire Art und Weise. Ein persönlicher Erfolg ist für mich, dass ich es immer geschafft habe, trotz meiner anspruchsvollen Karriere, mein Privatleben zu erhalten - mit ausgleichenden Interessen und natürlich auch Freunden und Familie. Was war der größte Fehler, den Sie während Ihrer Karriere gemacht haben? Zu Beginn meiner Karriere war ich fest davon überzeugt, dass ich alles alleine schaffen muss. Dass ich nicht um Hilfe oder Unterstützung fragen sollte. Erst als ich begonnen habe, um Rat zu fragen, habe ich gemerkt wie offen Kolleg:innen sind und wie gerne sie ihr Wissen teilen. Hinzukommt kommt: Wenn man als Team Visionen erfolgreich realisiert, kann man auch den Erfolg teilen. Das ist ein gutes Gefühl. Welche drei Apps sind am nützlichsten für Ihren Job? Pre COVID auf jeden Fall: Die App «Wallet» für meine Boarding Pässe und die Wetter App, damit meine Koffer immer richtig gepackt sind. Jetzt sind es auf jeden Fall Teams, OneDrive und seitdem ich wieder mehr unterwegs bin auch die COVID Vac App. Wie organisieren Sie sich und Ihre To-Dos? Ganz klassisch: Mit täglichen To-Do-Listen in einem eigenen kleinen Heft für private als auch berufliche To-Dos, das ich immer bei mir habe. Ich notiere mir hier auch spontane Ideen oder schreibe mir selbst Reminder. Wenn Sie eine Zeitreise zu Ihrem 20-jährigen ich machen könnten, welchen Karrieretipp würden Sie sich geben? Sei mutig und schöpfe deine Möglichkeiten aus – vor allem in jungen Jahren! Nimm neue Herausforderungen an. Wenn du die Möglichkeit hast, ins Ausland zu gehen, nutze sie und sammle dort so viele Erfahrungen wie du nur kannst. So frei und unabhängig wie mit 20 ist man nie wieder. Außerdem hätte ich mir geraten, sehr früh und sehr viel in Yahoo und Bitcoin zu investieren. Was ist der beste Tipp, den Sie je bekommen haben? Der beste Tipp kam definitiv von meinem ersten Chef: Lasse dich niemals von Titeln, Positionen oder dem Alter einschüchtern. Am Ende kochen alle nur mit Wasser. Was ist Ihr Tipp für Verhandlungen? Ganz grundsätzlich: Weich im Ton. Hart in der Sache. Eine Eigenschaft, die mir als Wienerin glaube ich ziemlich liegt. Und auch ganz wichtig: Genau Zuhören und das Gegenüber und den Standpunkt gut versuchen zu verstehen. Welches Buch hatte am meisten Einfluss auf Ihre Karriere? Das war auf jeden Fall „Riding the Wave of Nations” von Fons Trompenaars und Charles Hampden-Turner. Das Buch hat mein Verständnis für die unterschiedlichsten Kulturen und deren individuellen Verhaltensweisen extrem geprägt. Haben Sie Vorbilder? Ein Vorbild im klassischen Sinne habe ich nicht, eher ist es so, dass mich immer wieder ganz unterschiedliche Leute in verschiedenen Bereichen und Situationen beeindrucken. Mich interessiert ganz konkret, wie sie schwierige Situationen für sich lösen oder mit Herausforderungen umgehen. Vielen Dank fürs Gespräch, Frau Theodorovics.

  • Die 6 größten No Go’s beim PR-Pitch

    Journalist:innen bekommen täglich dutzende, teils hunderte E-Mails. Pressemitteilungen zu Finanzierungsrunden und Launches, aber auch ganz exklusive Interview-Vorschläge und brennende News fluten die Postfächer engagierter Redakteur:innen. Bittere Wahrheit: Die meisten dieser E-Mails landen direkt im Papierkorb. Woran das liegt und welche Fehler Unternehmer:innen beim Pitchen an Medien immer wieder machen, möchte ich nachfolgend skizzieren. Hier sind die 6 No Go’s beim PR-Pitch. No Go #1: Langweilige Betreffzeilen, schlechte Headlines “Pressemitteilung: Unternehmen X hat eine neuen Finanzierungsrunde abgeschlossen und expandiert in den internationalen Markt” – Wer nach diesem Schema Betreffzeilen schreibt, braucht sich nicht wundern, wenn keine Rückmeldung eintrifft. Erstens ist sie viel zu lang, zweitens viel zu generisch und drittens total unkreativ. Wie so oft gilt auch bei der Betreffzeile: In der Kürze liegt die Würze. Wer nicht in wenigen Worten auf den Punkt bringen kann, worum es geht, hat schon verloren. Sparen Sie sich Worte wie “Pressemitteilung” und fassen Sie sich kurz. Auch ein kreativer Aufbau kann helfen, Interesse zu wecken. Rhetorische Fragen zum Beispiel lösen in vielen Journalist:innen etwas aus, das Denken beginnt und sie öffnen die E-Mail, um mehr zu erfahren. Das gleiche gilt übrigens auch für Headlines: Wer von der Headline der Pressemitteilung nicht gecatcht wird, steigt direkt aus. No Go #2: Romane statt Kurzgeschichten Viele Unternehmer:innen denken: Je mehr Informationen ich dem Medium zukommen lasse, desto eher wird meine Geschichte auch aufgegriffen. Das ist ein klarer Irrglaube. Sogar das Gegenteil ist meist der Fall: Weniger ist mehr! Denn die Zeit von Journalist:innen ist sehr begrenzt, (fast) niemand hat oder nimmt sich für jede E-Mail zehn Minuten. Schon wenige Sätze können daher reichen, Interesse und eine Begierde bei Redakteur:innen zu wecken. Denn wenn ich die gesamte Geschichte schon in der E-Mail auserzählt habe, wozu braucht es dann noch ein persönliches Interview? Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, weiterführende Informationen zu verlinken, damit sich Journalist:innen bei Interesse weiter mit der Thematik auseinandersetzen können. Und: Geben Sie immer alle Kontaktdaten für eine schnelle Kontaktaufnahme an! No Go #3: Anonyme Massenversände Nichts (!) ist schlimmer als generische Pitch-Mailings. E-Mails ohne persönliche Anrede oder den klaren Bezug zum Medium sind absolut austauschbar, holen Redakteur:innen nicht ab und wirken weder nahbar noch besonders seriös. Merken Sie sich: Exklusivität und persönliche Beziehungen sind in der Medienwelt die treibenden Faktoren für eine erfolgreiche Medienarbeit. Es kommt auf die gezielte Auswahl von Medium und Journalist:in an, auf das Identifizieren von Kernthemen und die entsprechende direkte Ansprache. Den Bezug zum Medium erzielt man, indem man sich z. B. auf vergangene Beiträge bezieht. Durch ergänzende oder gänzlich abweichende Inhalte und Meinungsbeiträge wird ein Bezug hergestellt und Redakteur:innen können effizient einen Mehrwert für sich abwägen. No Go #4: Faktenflut und Visionär:innen ohne Vision Vor allem in Deutschland lieben wir Statistiken, Daten, Zahlen. Gleichzeitig vergessen viele Unternehmer:innen (und selbst PR-Berater:innen) oft eines: Journalist:innen sind auch nur Menschen. Und Menschen interessieren sich eben für Menschen. Public Relations bedeutet Human Relations, es geht um starke Geschichten, starke Metaphern und starke Persönlichkeiten hinter dem Produkt. Neben Unternehmer:innen, die nur Fakten für sich sprechen lassen, gibt es auch solche, die zwar hervorragend den Betrieb am Laufen halten, aber keine Vision für das eigene Unternehmen und die gesellschaftliche Zukunft haben. Zu wissen, was das eigene Unternehmen tut, und auch, wie das Produkt oder die Dienstleistung funktioniert, ist wichtig. Doch Journalist:innen interessieren sich vor allem für die Vision: Welche Idee steckt hinter einem Unternehmen, wo wollen die Gründer:innen hin, wieso haben sie überhaupt gegründet? No Go #5: Heiße Luft statt heißer Story Es ist super, eine Geschichte zu haben und von sich und dem Produkt oder der Dienstleistung überzeugt zu sein. Doch Unternehmer:innen schreiben sich allzu oft alle möglichen Dinge auf die Fahne, in der Hoffnung, es würde niemandem auffallen oder sowieso nicht geprüft werden. Nachhaltigkeit, Diversität oder Innovation/Pioneer sind solche Buzzwords. Wenn Sie also nicht zu 100 Prozent sicher sind, dass ihr Unternehmen diese Erwartungshaltung auch erfüllt, dann kommunizieren Sie es gar nicht erst. Das gleiche gilt für Formulierungen wie “Wir sind die ersten, die…” – Nur wer hier absolut sicher ist, sollte dies auch kommunizieren. Wie sagt man im juristischen Kontext so schön? Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Die Strafe hier: Unseriosität und Vertrauensverlust – das kann und darf sich kein:e Unternehmer:in leisten! No Go #6: Aufgeben oder nerven Beim Kontakt zu Journalist:innen geht es darum, möglichst langfristige Beziehungen aufzubauen. Viele Unternehmer:innen geben zu früh auf, ihre Story zu pitchen. Wer immer wieder wirklich Neues zu erzählen hat, sollte das auch tun. Ein absolutes No Go ist es allerdings, alle paar Wochen mit der gleichen Geschichte anzukommen. Gründer:innen müssen versuchen, sich möglichst immer im Gespräch zu halten und ein gewisses Grundrauschen erzeugen. Auf der anderen Seite stehen die Unternehmer:innen, die ununterbrochen pitchen, kein Nein akzeptieren und immer wieder hinterher telefonieren, ohne wirklichen Mehrwert zu bieten. Wenn man sich jegliche Chance auf eine Veröffentlichung kaputt machen möchte, dann so. Ein Tipp zum Schluss: Bleiben Sie authentisch. Bei allen Fallstricken und allen Gratwanderungen, denen man beim Pitchen und beim Journalist:innen-Kontakt begegnet, ist nichts schlimmer, als sich zu verstellen. Wer ehrlich zu sich selbst ist, kann auch ehrlich zu anderen sein. Über den Autor: Tilo Bonow ist Gründer und CEO von PIABO, einem von Deutschlands führenden Full-Service-PR-Partnern für die Digitalwirtschaft mit Sitz in Berlin. Er ist maßgeblicher Erfolgstreiber ambitionierter Unternehmer in globalen Märkten und ausgewiesener Experte der Start-up-Szene. Darüber hinaus ist Tilo als Investor bei über 30 nationalen wie internationalen Fonds aktiv und hat mit MXP Ventures den ersten Fonds gegründet, der speziell in Agentur-Startups investiert.

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