Die 5 häufigsten Fehler, die Selbständige vermeiden können

Gastbeitrag I Ein eigenes Unternehmen zu führen, ist nicht immer leicht. Anne Fiedler verrät uns die fünf häufigsten Fehler von Selbstständigen und gibt Tipps, wie Sie diese vermeiden können.


5 Fehler, die Selbstständige häufig begehen. (Symbolbild)



Scheitern passiert im Kopf. Es sind unsere Entscheidungen, die über Erfolg oder Misserfolg bestimmen. Egal wie grandios unsere Geschäftsidee ist, wie gut unser Startup anläuft – falsches Denken gefährdet gerade junge Unternehmen und Solo-Entrepreneur:innen. Es sind vor allem 5 Fehler, die vermieden werden sollten.


1. Zu wenig Standardisierung

Selbst in der Medizin gibt es für komplizierteste Situationen und Operationen standardisierte Verfahren. Warum sollte es die für Ihr Unternehmen nicht geben? Welche Dinge wiederholen sich ständig? Wo sind Sie die Flugbegleiterin, die zu Beginn des Fluges stets die gleiche Sicherheitseinweisung gibt? Hier einige Bereiche, die sich zum Standardisieren, Automatisieren oder Auslagern anbieten:

  • Vorbereitende Buchhaltung

  • Serienrechnungen

  • Social-Media-Posts/Marketing/PR

  • Angebote. Dort, wo sich die Wünsche der Kund:innen ähneln, kann strukturiert und standarisiert werden (Festpreis für eine Webseite in vier Wochen mit spezifizierter Leistung, Permanent Make-Up in zwei Stunden mit folgenden Leistungen inklusive …)




Standardisierung gibt Ihnen Zeit für Ihre Kreativität und Weiterentwicklung und sorgt außerdem für eine gleichbleibende Qualität Ihrer Arbeit.


Gleichgesinnte können Risiken realistisch einschätzen als auch Wert und Wichtigkeit eines Investments beurteilen.

2. Zu wenig Geld für die eigene Leistung verlangen

Geld ist das Blut in den Adern Ihres Unternehmens. Sie müssen Geld verdienen, Geld behalten und Geld absichern. Denn: Lassen Sie Ihr Business ausbluten, dann droht nicht nur Ihnen die Pleite, sondern all denen Enttäuschung, die an Sie und Ihr Produkt geglaubt haben.

Verlangen Sie angemessene Preise für Ihre Leistung, und zwar mit gutem Gefühl. Denken Sie nicht an den Aufwand, den Sie haben. Denken Sie an den Mehrwert für Ihre Kund:innen, an die Probleme, die Sie für sie lösen. Danach sollte sich der Preis bemessen. 1.000 Euro für einen gesunden, schmerzfreien Rücken durch Ihren Halbjahres-Yogakurs ist eine andere Ansage als: Mal schauen, was wir in drei Stunden à zehn Euro erreichen können.


Fließt genug gutes Geld durch die Adern des Unternehmens, dann sind die Punkte Ausgabenkontrolle und Absicherung wichtig. Ein Tool, das nur kostet, aber nicht genutzt wird, kann weg. Lassen Sie sich von Expert:innen beraten, wie Sie Ihr Unternehmen vor Klagen oder Schicksalsschlägen schützen können.





3. Auf die falschen Berater:innen hören

Tauschen Sie sich aus – auch außerhalb Ihres privaten Dunstkreises. Mutter, Bruder, Partner:in sind sehr oft festangestellte Bedenkenträger, die ihre Ängste an Sie weitergeben, auch wenn sie es nur gut meinen. Suchen Sie sich ein Netzwerk aus Mutmachern, aus Unternehmer:innen. Gleichgesinnte können sowohl Risiken realistisch einschätzen als auch Wert und Wichtigkeit eines Investments beurteilen. Auch Ihre persönliche Entwicklung wird von einem guten Netzwerk profitieren.


Hauptsache, sie haben einen Businessplan und nehmen ihn ernst.

4. Alles selbst machen, um Kosten zu sparen

Die Kundenanfragen steigen, das ist super. Doch irgendwann können Sie das Geschäft allein nicht mehr stemmen. Dann leiden Qualität und Gesundheit, wenn Sie sich keine Hilfe holen. Sie brauchen ein Team aus Angestellten oder Freelancern. Schalten Sie außerdem Expert:innen ein, wann immer es nötig ist (Webdesign, technischer Support, Anwalt, Steuerberater & Co.). Das kostet zwar, doch langfristig sparen sie so Geld und Zeit und vermeiden vor allem teure Fehler. Und dieses Investment in Ihr Business – in Sie selbst – bewahrt Sie davon, im Erfolg unterzugehen.


5. Einem Irrglauben anhängen: Struktur killt Kreativität

„Ich bin kreativ, ich brauche keinen Plan.“ Wer mit diesem Irrglauben an die Arbeit geht, wird scheitern. Egal ob in einer Excel-Tabelle, mit Folien und Grafiken in PowerPoint, als Notizzettel am Kühlschrank oder als Visionboard über dem Schreibtisch – Hauptsache, sie haben einen Businessplan und nehmen ihn ernst. Er ist weit mehr als ein Dokument, das die Bank verlangt. Er ist Ihr roter Faden im Geschäftsleben, Ihre Schablone für Erfolgsmessung und Ihr Kompass für stürmische Zeiten.


Über die Autorin:

Anne Fiedler hat acht Jahre lang als Bankerin gearbeitet, nebenbei ihren MBA abgeschlossen und war in diversen namhaften Konzernen als Führungskraft für internationale Projekte und Teams tätig. Inzwischen hilft sie erfolgreichen Solo-Selbständigen und kleinen Unternehmen dabei, noch erfolgreicher zu werden und den Spaß dabei nicht zu verlieren.