5 Tipps fürs Netzwerken in der eigenen Firma

Gastartikel I Ein gutes Netzwerk ist der Schlüssel, um beruflich weiterzukommen. Damit die Strategie aufgeht, braucht es vor allem Kontakte innerhalb des eigenen Unternehmens. Nur so erfährt man, was in den anderen Abteilungen los ist, findet Verbündete und kann das eigene Können unter Beweis stellen. In ihrem Gastbeitrag stellt Kommunikationsexpertin Christiane Wolff fünf Wege vor, um Kolleg:innen und Vorgesetzte auf sich aufmerksam zu machen.

Sichtbarkeit im eigenen Unternehmen ist wichtig (Symbolbild)



Sie möchten den nächsten Karriereschritt in Ihrem Unternehmen gehen, Abteilungsleiter:in werden, ein großes Projekt managen oder in die Geschäftsleitung aufsteigen? Dann wird es höchste Zeit, dass Sie sich mit Ihren Stärken und Ihrer Expertise am Arbeitsplatz positionieren. Oft wird dieser Schritt unterschätzt. Die Realität zeigt aber: Werden engagierte Mitarbeiter:innen trotz guter Leistung nicht wahrgenommen, liegt das nicht an ihrer inhaltlichen Arbeit – sondern daran, dass sie nicht sichtbar sind.


Sichtbarkeit heißt dabei nicht, dass Sie jede Zusatzaufgabe übernehmen oder andere Mitarbeiter:innen in den Schatten stellen müssen. Im Gegenteil – es geht darum, das hervorzuheben, was Sie ohnehin schon leisten! Dazu müssen Sie sich aber erst einmal klar machen, wie Sie wahrgenommen werden wollen.


Was sind Ihre beruflichen Ziele? Welche Erfahrungen haben Sie schon gesammelt? Wo liegen Ihre Stärken und Kompetenzen? Auf diese Fragen brauchen Sie eine Antwort, bevor es an die eigene Positionierung geht. Gleichzeitig muss die Strategie, die man auf dem Weg zu mehr Sichtbarkeit einschlägt, auch zur eigenen Persönlichkeit passen. Diese fünf Wege helfen Ihnen dabei, die Aufmerksamkeit auf Ihr Können zu lenken:


1. Internes (Frauen-)Netzwerk

Ich selbst weiß, wie wichtig es ist, zu Netzwerken und sich gegenseitig im Job zu unterstützen. Vor über 20 Jahren habe ich daher bereits ein eigenes Netzwerk für Frauen in den Medien aufgebaut. Das „Nettwerk“ hat mir auf meinem Karriereweg sehr geholfen. Innerhalb des gleichen Unternehmens helfen Netzwerke vor allem dabei, auf dem Laufenden zu bleiben – und über die eigenen Themen zu sprechen. Oft wissen die Mitarbeiter:innen in den verschiedenen Abteilungen nämlich gar nicht so genau voneinander, was die anderen eigentlich machen. Wenn es in Ihrer Firma schon Netzwerke gibt, schließen Sie sich ihnen an. Gibt es in Ihrem Unternehmen noch keins, können Sie auch selbst eins gründen. Wichtig ist dabei aber, dass Sie sich vorher klar machen, welches Ziel Ihr Netzwerk haben soll. Heißt: Was möchten Sie damit erreichen? Und wen möchten Sie damit ansprechen? Zum Beispiel könnte ein Ziel sein, die Sichtbarkeit von Frauen im Unternehmen zu stärken. Bevor es an die Planung geht, sollten Sie sich aber unbedingt grünes Licht von der Geschäftsführung einholen – und vielleicht bekommen Sie von dort sogar Unterstützung!




2. Lunchdates

Wer nicht gleich ein Netzwerk gründen will, kann auch kleinere Schritte wagen und beispielsweise mit gemeinsamen, abteilungsübergreifenden Mittagspausen anfangen. Gerade der persönliche Austausch unter Kolleg:innen ist besonders wichtig, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Das war in den letzten Jahren aufgrund der Pandemie zwar schwierig, aber jetzt sollten Sie die Zeit wieder nutzen, um die Vorteile der gemeinsamen Zeit im Büro zu nutzen. Gemeinsame Mittagspausen bringen neue Kontakte, aktuelle Informationen aus anderen Abteilungen und oft ergeben sich auch neue Synergien und Ideen – zum Beispiel für gemeinsame Projekte.



Wir alle haben mal klein in Unternehmen angefangen und kennen das Gefühl, wenn alles neu ist und sich noch fremd anfühlt.


3. LinkedIn

LinkedIn ist aktuell sicherlich das wichtigste berufliche soziale Netzwerk. Zuerst sollten Sie sich dort mit Ihren Kolleg:innen vernetzen und dem eigenen Unternehmen folgen. Durch das Liken, Teilen und Kommentieren der Unternehmensbeiträge können Sie dann auch die Sichtbarkeit erhöhen. Darüber hinaus können Sie durch eigene Beiträge auch Ihre Expertise zu beruflichen Themen präsentieren. Empfehlenswert dabei ist ein aktuelles und gepflegtes Profil, das auch gleich Ihre Projekte und Aufgaben beinhaltet. Vielleicht gibt es zum Thema LinkedIn auch im Unternehmen Unterstützung – vielleicht sogar ein Corporate Influencer Programm? Einfach mal bei der Personalabteilung anfragen.


Wichtig: Gibt es von Ihrer Firma einen Social-Media-Guide mit Regeln für den Social-Media-Auftritt, sollten Sie sich vorab darüber informieren und die Regeln dort entsprechend einhalten. Dann sind Sie immer auf der sicheren Seite und sorgen mit Ihren Posts für positive Aufmerksamkeit.


4. Intranet, Corporate Podcast und andere internen Kanäle

Um im Unternehmen sichtbarer zu werden, können Sie auch auf bereits bestehende Kanäle zurückzugreifen. Gibt es ein Intranet, einen internen Newsletter oder vielleicht sogar einen Corporate Podcast? Hier freuen sich die Verantwortlichen meist über Input. Für sie bieten diese Formate gleichzeitig eine Möglichkeit, von anderen mit Ihren Themen in Verbindung gebracht zu werden.


Kleiner Tipp: Vorab genau schauen, wie die Beiträge aufgebaut sind. Wenn Sie gleich einen Beitrag liefern, der den Formalitäten und der Tonalität entspricht, wird er sicherlich gerne genommen – und wieder ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Sichtbarkeit gegangen!



5. Mentor:in für jüngere Kolleg:innen

Wir alle haben mal klein in Unternehmen angefangen und kennen das Gefühl, wenn alles neu ist und sich noch fremd anfühlt. Wie hilfreich wäre es da gewesen, wenn wir Mentor:innen gehabt hätten, die uns geholfen und uns einen Teil unserer Unsicherheit genommen hätten. Selbst als Mentor:in aktiv zu werden, ist umgekehrt eine tolle Möglichkeit, neuen Kolleg:innen ihren Start in der Firma zu erleichtern – und gleichzeitig selbst verstärkt wahrgenommen zu werden. Auch wenn es dabei vielleicht nicht vordergründig um Ihre Expertise geht, zeigen Sie als Mentor:in, wie hilfsbereit, kollegial und engagiert sie sind – und stellen Ihre Soft Skills unter Beweis.


Egal welchen Weg, Sie einschlagen, vergessen Sie dabei nicht die oberste Regel guten Netzwerkens: Erst geben, dann nehmen! Überlegen Sie sich, welche Expertise(n) Sie haben, in welchen Bereichen, bei welchen Themen Sie sich gut auskennen, welche Kontakte Sie haben und wie Sie andere eventuell unterstützen können. Denn der Einsatz lohnt sich. Netzwerken sichert ab, gegen die Schnelllebigkeit, die Komplexität und die Unsicherheiten unserer Zeit. Die Digitalisierung hat die Welt schrumpfen lassen. Wir rücken enger zusammen, und wer sich aus der Masse hervorheben möchte, muss dafür mehr als nur den Finger heben.


Zur Autorin:

Als Kommunikationsexpertin war Christiane Wolff viele Jahre in leitenden Positionen in Agenturen tätig – zuletzt als CMO DACH bei dentsu und acht Jahre als globale Chief Corporate Communications Officer bei der Serviceplan Gruppe. Aktuell baut die Seriengründerin eine Boutique Agentur für strategische CxO Positionierung unter dem Dach der PMMG auf – ein eigenes Handwerker Startup hat sie ebenfalls mitgegründet und erfolgreich im Markt positioniert: Crafty. 2000 gründete sie das „Nettwerk“, das Netzwerk für Frauen aus der Kommunikationsbranche. Dort unterstützen sich über 800 Managerinnen und Selbständige aus Medien, PR und Marketing auf ihrem Karriereweg.