Wie werden Unternehmen nachhaltiger?

Kolumne Nachhaltigkeit | Jedes Jahr werden weltweit knapp 41 Gigatonnen CO2 emittiert. Was bedeutet diese Zahl? Genau das ist eine der größten Herausforderungen, wenn wir vom Klimawandel sprechen: Es fällt schwer, diese Zahl in einen Kontext zu setzen. Und weil wir sie uns nicht vorstellen können, befassen wir uns nicht weiter damit. Das müssen wir aber.


Wie wird ein Unternehmen klimafreundlich? (Symbolbild)

Laut dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wird die Erde schon etwa 2030 einen Temperaturanstieg von etwa 1,5 Grad erreichen, nicht 2050. Mit dem Pariser Klimaziel haben wir festgelegt, dass eine globale Klimaerwärmung von maximal zwei Grad bis 2050 auf keinen Fall überschritten werden darf. Dafür dürften wir insgesamt nur noch zwischen 600 und 800 Gigatonnen CO2 ausstoßen. Aber diese Rechnung geht nicht mehr auf. Was bedeutet das? Wir müssen CO2 reduzieren. Und die Privatwirtschaft muss proaktiv Maßnahmen zur CO2 -Reduktion entwickeln und umsetzen. Aber wie?


Der erste Schritt ist immer, den unternehmenseigenen CO2 -Fußabdruck zu ermitteln und die wichtigsten Emissionstreiber zu identifizieren. Wenn Sie Ihren Fußabdruck kennen, können Sie Ziele festlegen und Maßnahmen entwickeln. CO2 -Reduktion ist ein Prozess. Sie können nicht über Nacht alle Emissionen zurückschrauben. Aber es gibt ein paar Maßnahmen, die Sie kurzfristig umsetzen können.


1. Strom


Die einfachste Maßnahme ist der Wechsel zu einem verifizierten Grünstromanbieter oder Off-Grid-Lösungen, wie Fotovoltaikpaneelen. Für Ersteres sollten Sie unabhängige Anbieter auswählen, denn die großen Energiekonzerne, die 80 Prozent des Stroms in Deutschland produzieren, betreiben teilweise weiterhin Lobbyarbeit für fossile Energien. Kleinere Anbieter hingegen treiben den Ausbau von erneuerbaren Energien aktiv voran und reduzieren den CO2 -Fußabdruck ihrer Kund:innen.


„Am Anfang steht immer eine Analyse des Ist-Zustands, sprich: eine Klimabilanz.“ - Anna Alex

2. Energieeffizienz


Mit Smart Heating oder Smart Lighting können Sie Heizung und Beleuchtung an die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter:innen anpassen. Neben der Verbesserung der Klimabilanz ermöglicht das auch eine Kostensenkung – laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie können Sie bis zu 25 Prozent der Kosten einsparen und gleichzeitig auch Emissionen vermeiden.


3. Server


Datenzentren sind für etwa zwei Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese Zahl dürfte mit dem Voranschreiten der Digitalisierung steigen. In der Regel betreiben Unternehmen keine eigenen Rechenzentren. Trotzdem können Sie zu einem klimaneutralen Cloud-Anbieter wechseln und Ihren CO2 -Fußabdruck verringern.


4. Ihr Bürogebäude


Rund 30 Prozent der CO2 -Emissionen werden in Deutschland in Gebäuden verursacht. Strom- und Wärmeverbrauch sind die größten Treiber. Das gilt auch für Ihr Bürogebäude. Um den Verbrauch zu reduzieren, sollten Sie über energetische Sanierungen nachdenken, etwa die Dämmung Ihres Gebäudes, damit im Winter weniger geheizt werden muss. Viele Investitionsmaßnahmen sind im Rahmen des Klimapakets der Bundesregierung durch Zuschüsse der KfW förderfähig.


Über die Autorin:

Anna Alex ist Serial Entrepreneurin und CCO des Startups Planetly, das Firmen das nachhaltige CO2 -Management erleichtert. www.planetly.org