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„What's your Story?”

Erfolgsfrauen erzählen ihre Geschichte

Ein Interview mit Michelle Skodowski, COO & Co-Founderin beim Conversational AI Anbieter BOTfriends

Foto: Stefan Wieland

von Nora Weber

11. März 2021

Michelle Skodowski ist Mitgründerin und COO von BOTfriends, einem Chatbot-Experten und Full-Solution-Provider für Conversational AI in der DACH-Region. Sie verantwortet Chatbot- und Voicebot-Projekte mit namhaften Kunden wie Porsche, Innogy oder der Deutschen Telekom. Wir haben mit ihr über bisherige Learnings und Ziele gesprochen.

 

Michelle, was ist dein Job, wie und mit was beeinflusst du die Ausrichtung deines Unternehmens?

Ich bin COO und Leiterin des Solutions Teams bei BOTfriends. Ich arbeite direkt mit unseren Kund:innen zusammen und bringe gemeinsam mit ihnen Chat- und Voicebot-Projekte auf den Weg. Als COO bin ich verantwortlich für unsere Strategie und unser Marketing und bin zudem als Evangelist zum Thema Conversational AI auf der ein oder anderen Bühne präsent. Mit unserem Solutions Team bringe ich zudem unser Kernprodukt - unsere Conversational AI Plattform BOTfriends X - zu unseren Kund:innen und helfe ihnen, es ideal für ihre Zwecke einzusetzen. Dabei leiten wir auch Projekte, in welchen wir Systeme der Kund:innen an unsere Plattform anschließen.

 

Was hat dich fachlich am meisten erstaunt?

Am meisten erstaunt hat mich, wie unterschiedlich der Kenntnisstand im Bereich KI und Conversational AI im Allgemeinen und das Wissen über die Einsatzmöglichkeiten in Unternehmen im Besonderen ist. Außerdem hätte ich nicht erwartet, wie schwer es ist, in Unternehmen für neue Themen Prozesse zu entwickeln und Ressourcen bereitzustellen. Für Chat- und Voicebots braucht es neue Rollen in Unternehmen, etwa AI-Trainer:innen oder Intent Manager:innen.

 

Was war die größte Herausforderung, die du dabei überwinden musstest?

Die größte Herausforderung ist die Kommunikation mit den Kund:innen. Zum einen müssen wir uns immer wieder auf die verschiedenen Kenntnislevel der Kund:innen einstellen, zum anderen sind die Entscheider:innen in den Unternehmen oft in ihren bisherigen Abläufen festgefahren. Auch wenn Unternehmen auf uns zukommen, kann es sein, dass sie danach noch viel Zeit brauchen, um für die Zukunft mit all ihren technologischen Möglichkeiten wirklich gerüstet zu sein.

 

Was hat dich auf deinem Weg bislang immer weitergebracht?

Vor allem meine intrinsische Motivation und mein Drive, Dinge voranzutreiben. Ich verfolge immer einen lösungsorientierten Ansatz und versuche mich dabei nicht zu sehr an Misserfolgen aufzuhängen. Außerdem lasse ich mich nicht von der Konkurrenz blenden, sondern schaue auf unsere eigenen Ziele und verfolge diese - solange, bis wir sie erreicht haben. 

 

Was hat dich immer behindert?

Natürlich habe ich auch Angst, manchmal zu viel Risiko einzugehen. Aber mein Mut, mich neuen Herausforderungen zu stellen, hat sich bisher immer bezahlt gemacht. Was mir bei meiner Tätigkeit außerdem schwer fällt: Umsatzpotenziale bewusst auszublenden, wenn sie nicht auf das übergeordnete Ziel einzahlen.

 

Was muss eingetreten sein, damit du sagst du warst erfolgreich?

Das ist eine Frage, die ich mir auch jeden Tag stelle. Aber eigentlich kann ich heute schon sagen, dass ich erfolgreich bin. Natürlich strebt man immer nach mehr und gibt sich nie zufrieden. Luft nach oben gibt es schließlich immer. Ich glaube aber fest daran, dass Erfolg kein Zustand, sondern eine Reise ist - mit Zielen, die man erreichen möchte und auf die weitere Ziele folgen. Der Erfolg ist ein ewiger Weg, auf dem es immer wieder neue Probleme zu lösen gibt.

 

Was wertest du als deinen größten Erfolg?

Für mich besteht mein größter Erfolg darin, mit BOTfriends ein Unternehmen gegründet zu haben, das seit dem ersten Tag schwarze Zahlen schreibt. Damit hatten wir die Möglichkeit, Jobs zu schaffen, die Menschen erfüllen, glücklich machen und fördern.

 

Was als deinen größten Misserfolg?

Natürlich ist es immer schade, wenn man beispielsweise eine:n große:n Kund:in nicht gewinnen konnte. Ich bin allerdings niemand, der lange mit Misserfolgen und Rückschlägen hadert. Wenn etwas nicht klappt wie erwartet, dann lerne ich daraus und mache es das nächste Mal besser.

 

Was ist deine Vision für dein Unternehmen?

Unsere Vision ist es, später einen entscheidenden Beitrag zur Adaption von Conversational AI (Voice- und Chatbots) auf Unternehmensseite geleistet zu haben. Wir möchten den zahlreichen Fachabteilungen in Unternehmen den Zugang zu solchen Technologien vereinfachen und diese Dienste in der Praxis nutzbar machen – für alle Mitarbeiter:innen, auch ohne Programmierkenntnisse.

 

Wenn Du einen Tag lang an den Schalthebeln der Macht sitzen würdest (Beispiel Kanzler:in), was würdest Du tun?

Ich stehe klar für Werte wie Gleichberechtigung und Gerechtigkeit. Und es gibt viel Ungerechtigkeit. Warum verdienen Alten- und Krankenpfleger:innen oder Kindererzieher:innen, die in unserer Gesellschaft eine extrem wichtige Rolle einnehmen, so wenig? Natürlich liegen die Probleme viel tiefer und es gibt mit Sicherheit keine triviale Lösung, um direkte Gerechtigkeit zu schaffen. Letztlich finde ich aber, dass soziale Berufe mehr Ansehen verdient haben. Ich würde Programme schaffen, die zum Beispiel fördern, dass Manager:innen aus Unternehmen einen Tag pro Woche einen sozialen Beruf ausüben könnten. Vier Tage die Woche Projektmanagement und einen Tag Aushilfe im Kindergarten. Ziel sollte es sein, den Mangel an Fachkräften auszugleichen und so gleichzeitig das Ansehen und die Empathie für soziale Berufsgruppen zu stärken.

Über Michelle Skodowski

Michelle Skodowski ist Mitgründerin von BOTfriends, einem Chatbot-Experten und Full-Solution-Provider für Conversational AI in der DACH-Region. Als COO verantwortet sie Chatbot- und Voicebot-Projekte mit namhaften Kunden wie Porsche, Innogy oder der Deutschen Telekom. Während ihres Bachelorstudiums im Fach E-Commerce an der Fachhochschule Würzburg sammelte sie bereits berufliche Erfahrungen bei eBay und Bosch Rexroth, ehe sie direkt nach dem Studium mit drei Studienkollegen BOTfriends gründete. Auf bekannten Branchenevents wie dem Google Cloud Summit oder dem Chatbot Summit hat Michelle sich als Speakerin zum Thema Künstliche Intelligenz einen Namen gemacht. Als weibliche Gründerin bemüht sie sich, andere junge Frauen für Unternehmertum und technische Themen zu begeistern. Für dieses Engagement und ihre bisherigen Erfolge mit BOTfriends erhielt sie im Jahr 2019 den Digital Female Leader Award.

Foto: Stefan Wieland

Über BOTfriends

Die BOTfriends GmbH ist spezialisiert auf die Entwicklung und das Design von Conversational AI Applikationen wie Chat- und Voicebots. Was das Tech-Startup aus Würzburg von anderen Spezialisten im Bereich Künstliche Intelligenz unterscheidet: BOTfriends hat eine einzigartige Softwarelösung entwickelt, über die Mitarbeiter:innen in Unternehmen auch ohne Programmierkenntnisse Chatbots und Sprachassistenten eigenständig entwickeln und betreiben können. Auf diese Weise möchte BOTfriends die Automatisierung der Kundenkommunikation beschleunigen und den Einsatz entsprechender Anwendungen maßgeblich vorantreiben. BOTfriends wurde 2017 gegründet und beschäftigt neben dem vierköpfigen Gründer:innenteam 18 Mitarbeiter:innen. 

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