KARRIERE

Arbeiten wo immer du willst – in sieben Schritten

Gastbeitrag von Jana Wieduwilt

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von Jana Wieduwilt

9. Mai 2021

Ehrlich, ich war genervt. Das Wetter grau in grau, die Stimmung im Keller. Meine To-Do-Liste reichte gefühlt bis ins Unendliche. Und dann war da noch diese Unternehmensberaterin, die jetzt bei mir im Besprechungsraum saß und deren Termin ich einfach vergessen hatte. Fahrig schrieb ich die Mail zu Ende, bat meine Assistentin einen Kaffee zu kochen und eilte in den Besprechungsraum.


Sie lächelte. Fragte: Was würdest du JETZT am liebsten tun? Ich hörte, wie es aus mir herausschoss: „Von meinem Wohnmobil aus entspannt mein Unternehmen steuern während ich in der Sonne sitze. Davon träume ich schon mindestens fünf Jahre…“
Dann war Ruhe. Ich dachte so: „Jetzt habe ich sie wohl vergrault..“ In diese Stille hinein sagte sie: „Gut, dann lass uns doch anfangen.“


Bääm. Sie glaubt daran. Warum tut sie das? Als Unternehmensberaterin muss sie doch wissen, dass das nicht geht. Ich habe hier in meinem Marketing-Unternehmen sieben Mitarbeiter:innen, ein riesiges Büro, feste Verpflichtungen. Jeden Tag sitzen Kund:innen hier in diesem Besprechungsraum. Da muss ich doch vor Ort sein. Und so weiter schnatterte dieses Monkeymind durch mein Gehirn. Glücklicherweise kam meine Assistentin und brachte den Kaffee. Das zwang mich wieder in die Wirklichkeit zurück.


Es begann damit, dass jemand anderes an mich und meine Idee glaubte. Und ich begann, selbst zu glauben, dass es möglich ist. Heute, sechs Jahre später, arbeite ich, wo immer ich will. Im Wohnmobil, im Hotelzimmer, an den schönsten Orten der Welt. Entspannt? Nicht immer. Aber immer öfter. Das ist auch für dich möglich, auch wenn du glaubst, dass das in deiner Branche und Lebenssituation garantiert nicht geht? Hier sind sieben Schritte, die dich genau dahin bringen.


1. Mach dir bitte klar, was du wirklich, wirklich, wirklich willst
Die erste Frage ist: Was würdest du JETZT am liebsten tun? Wenn da jetzt herauskommt, dass du reisen und arbeiten möchtest, dann ist dieser Artikel genau für dich geschrieben. Warum mir das so wichtig ist? Weil ich so einen langen Weg gegangen bin und so lange gezögert habe, es wirklich zu tun. Also, wenn du das wirklich willst, dann lies weiter.


2. Mach dir klar, dass es geht
Als ich bemerkte, dass ich mir die Hürden, Herausforderungen, all die „Das-geht-nicht!“ selbst in meinem Kopf erzählte, erkannte ich, dass ich mir auch was anderes erzählen kann. Also, wenn du wirklich remote (ortsunabhängig) arbeiten willst, dann fang an daran zu glauben, dass es auch für dich möglich ist. Mache aus dem Glauben eine Überzeugung. Mal dir aus, wie das ist, dass du ortsunabhängig dein gutes Geld verdienst, das mindestens in Höhe deines jetzigen Einkommens ist.


3. Denke in Lösungen, nicht in Problemen
Nach diesem Moment im Besprechungsraum hat es noch mal drei Jahre gedauert, bis ich unser Büro ausräumte und noch mal zwei Jahre bis wir wirklich 100 % ortsunabhängig arbeiten konnten – MIT meinem Team. Mit den gleichen und vielen neuen Klienten. Es ist ein Weg. Es ist kein Problem. Suche nach Lösungen. Indem du denkst: „Ich suche eine Lösung für…“ ändert sich deine Perspektive. Das ist ausgesprochen hilfreich, wenn du das angeblich Unmögliche für dich möglich machen willst. Hilfreich ist es, wenn du folgende Fragen durchdenkst: Was ist deine Expertise? Was hast du im Laufe deines Berufslebens erfahren? Welche Fähigkeiten hast du, die du immer wieder benötigst? Wie kannst du das Online durchführen? Wie wäre es, wenn du beginnst, statt deinem Tool, das How-To zu verkaufen? Also, nimm z.B. einmal an, du bist Fitnesstrainer. Du brauchst einen Trainingsraum und Ausstattung und den persönlichen Kontakt zu deinen Kunden. Logisch. Tschüss Ortsunabhängigkeit? Wie wäre es denn, wenn du deinen Kunden online begleitest und ihm beibringst, WIE er sich selbst fit halten kann, egal wo er gerade ist?


Prinzip erkannt? Verkaufe nicht deine eigentliche (bisherige) Leistung, sondern dein Know-How. Das geht überall. Du bist angestellt? Wie steht dein Arbeitgeber zu remote work? Nicht gut? Bist du der Typ, dich selbstständig zu machen? Lass das mal checken und finde anhand deiner intrinsischen Motivation heraus, ob du der Typ dafür bist. Warum weiß ich das? Weil ich selbst meine Marketing-Agentur zu einer Beratungsagentur umgebaut habe und weil ich vielen meiner Klienten genau dabei helfe, ihre Berufung so in ein Business zu verwandeln, dass sie ihren Traum leben und dabei entspannt Geld verdienen.


4. Kläre deine Nische

Jetzt höre ich dich sagen: Schön und gut, aber hast du schon mal durch den Social Media Feed gescrollt? Wie viele Coaches, Berater:innen, Trainer:innen sind da am Start? Hunderte, Tausende. Das kann ja nicht gut gehen, wenn die alle das Gleiche anbieten. Doch. Viel Angebot - viel Nachfrage! Und du hast DEINE Expertise. Deine Erfahrung. Niemand macht Marketing wie ich. Ich mach es wie DU willst. Das ist mein Name und meine Nische. Und du hast das auch. Das, was niemand kann wie du. Das, was für dich leicht ist, für alle anderen so schwer. Und wenn es für andere schwer ist, dann gibt es auch Menschen, die dafür bezahlen, dass es jemand für sie macht – oder ihnen beibringt, wie sie es einfacher machen können! Das kannst du sein. Ortsunabhängig und smart.


5. Finde deine Klienten – oder nimm sie mit
Wenn du in dem, was du tust überdurchschnittlich bist (wovon ich ausgehe, sonst würdest du diesen Beitrag nicht lesen), gibt es Potenzial. Wenn es andere gibt, die etwas ähnliches machen und offenbar jemand dafür bezahlt, prima. Du bist dicht dran. Schau dir genau an, wer deine Klienten sind oder sein werden. Fühle dich hinein in sie. Krieche förmlich in sie hinein. Verstehe, was sie wirklich umtreibt. Finde heraus, welchen Nutzen du mit deiner Leistung für sie stiftest. Und erkenne, wo du sie abholen darfst.


6. Definiere deine Botschaft
Du hast deine Nische. Deine Kund:innen. Lerne, dich kurz zu fassen und in der Sprache deiner Zielgruppe zu sagen, was du für sie tust. Bei mir: Deine Freiheit, die entsteht, wenn du deine wirkliche Superpower lebst und damit in deine (finanzielle) Freiheit gehen kannst.


7. Schaffe die technischen Voraussetzungen
Profan. Und notwendig. Wie genau kannst du Schritt für Schritt ein Geschäftsmodell aus deiner Leistung, Nische, Zielgruppe und Botschaft machen?
Das betrifft z.B. IT-Infrastruktur, Datenschutz, gesetzliche Anforderungen, praktische Umsetzung, wie z.B. Online-Kurse, Datenspeicherung. (Dieser Teil hat mich fast drei Jahre beschäftigt und ich habe lange nach den richtigen Partner:innen für die Umsetzung gesucht, heute ist das viel einfacher geworden und sollte dich keine drei Jahre kosten). Es betrifft auch: Wohnsituation, Vorbereitungen, persönliches Umfeld, (wer gießt die Blumen? Oder wer übernimmt sie?), Gesundheit, Minimalausstattung auf Reisen, Internetversorgung unterwegs, Partner:innen, Freund:innen usw.


Hört sich nach einem langen Weg an? Kannst du so sehen. Du kannst aber auch losgehen und genießen. Jeden einzelnen Schritt, so wie ich es nach wie vor tue.


Fazit
Es gibt immer einen Weg, wenn dein Traum stark genug ist. Mein Tipp: Geh den Weg nicht allein. Such dir für die einzelnen Etappen Unterstützung.

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Über die Autorin

Jana Wieduwilt ist Unternehmerin, Podcasterin, Autorin, BusinessPilgerin, Marketingexpertin und Gründerin von Wieduwilt-Kommunikation. Ihr One-Word ist Freiheit – für andere und für sich. Diese persönliche Freiheit – so individuell sie für Jeden Klienten aussehen mag, ist das Ziel aller Handlungen.


Sie hat im Jahr 2020 das Buch: „Echt jetzt?! – Wie Marketing die Ergebnisse bringt, die du mit deinem Unternehmen verdienst“ geschrieben und ist damit als Bestseller eingestiegen.

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