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Warum gerade Frauen in
Aktien investieren sollten

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von Nora Weber

12. Januar 2021

Beim Investieren geht es um mehr als nur um potenzielle Einnahmen. Es geht um Unabhängigkeit, Freiheit, Ermächtigung und die Übernahme der Kontrolle über die eigene Zukunft. Warum aber investieren Frauen so viel seltener Geld in Aktien als Männer? Männer machen 45 % mehr Trades als Frauen – laut einer Studie der beiden Verhaltensökonomen Brad M. Barber Terrance Odean*.


Finanzexpertin Sandra Navidi, die die Trading-Ergebnisse von Frauen und Männern in Zusammenarbeit mit dem Online-Broker GKFX 2019 untersuchte, hat festgestellt, dass Frauen im Durchschnitt inhaltlich allerdings bessere Trader sind als Männer. Während viele Männer nur für den Nervenkitzel investieren möchten, sind Frauen mehr daran interessiert, ihre langfristigen finanziellen Ziele zu unterstützen.


Forschungen belegen, dass Frauen Risiken umsichtig verwalten, langfristig denken, relativ unvoreingenommene Entscheidungen treffen und letztendlich häufig eine höhere Kapitalrendite erzielen. In der Tat kam eine Untersuchung des US-amerikanischen Finanzdienstleisters Fidelity (zum Testbericht) 2017 zu folgendem Ergebnis: weibliche Kunden erwirtschaften im Schnitt 0,4 % bzw. 40 Basispunkte mehr als Männer.


Finanzmärkte waren in der Vergangenheit also eher Heimat der "Wölfe der Wall Street" und Frauen rücken als Traderinnen erst langsam ins Bewusstsein sowie in den Fokus von wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit ihrem Anlagestil. Warum? Weil aller Anfang schwer ist.


Aktien kaufen ist für Anfänger häufig ein großer Schritt, da es viele Eintritts-Barrieren gibt. Wir haben uns daher mit den wichtigsten Dingen beschäftigt, die es braucht, um erfolgreich am Aktienmarkt durchzustarten.

Mit diesen acht Schritten kann der Start beim Trading gelingen:


  • Definiere ein Budget. Wieviel „Spielgeld“ hast Du?Mit Spielgeld ist hierbei wirklich nur das Geld gemeint, dass Du auch wirklich verlieren kannst. Schreib das Geld also lieber gedanklich ab, auch wenn es unrealistisch ist, dass Du einen Totalverlust erleidest.


  • Wie langfristig soll Dein Geld gebunden sein?Überlege Dir genau in welche Anlageform Du investieren möchtest. ETFs und Fonds sind eher eine Anlage von einem Jahr plus Anlagehorizont, Aktien können auch mal kurzfristig in die Höhe schnellen oder fallen, sprich hier bist Du ggf. schneller wieder liquide, aber sie sind auch deutlich volatiler und damit gefährlicher für Anfänger.


  • Wie viel Zeit kannst Du investieren?
    Wenn Du nicht viel Zeit hast, um Deine Investments zu beobachten: Vorsicht vor Aktien, in die Du aufgrund eines externen Effekts wie bspw. einem vermuteten Verkauf oder einem vermuteten guten Quartalsbericht investierst. Hier solltest Du mehrfach täglich Zeit haben den Kurs zu überprüfen, um wirklich den besten Ausstiegszeitpunkt zu erwischen.  Aktien, auf die Du längerfristig setzt, hinter denen solide Firmen stehen und bei denen Du ruhig schlafen kannst, wenn sie auch mal einen Satz nach unten machen (Beispiel Amazon, Coca-Cola oder Google – Achtung: keine Kaufempfehlung, nur Beispiele).


  • Lass Dich nicht nur von Kaufempfehlungen auf Blogs leiten.
    Richtig zu investieren lernst Du am besten, indem Du erst einmal viel Wissen konsumierst und anfängst Dir eine eigene Meinung über Aktien, Fonds und ETS zu bilden.  Das heißt für Dich: lesen, lernen und Aktien beobachten.


  • Die Trading-Plattform auswählen.
    Du wirst am Anfang eher kleinere Tickets investieren, daher achte darauf, dass Du möglichst wenig Gebühren pro Trade zahlst. Neue Apps wie TradeRepublic oder nextmarkets machen es möglich und bieten teilweise sogar noch gute Infos zu Investment-Möglichkeiten in den Apps.


  • Investiere in Aktien, die Du einschätzen kannst
    Am leichtesten geht das, wenn Du die Produkte der Unternehmen selbst nutzt. Wenn das Produkt Deinen Need löst, wird es anderen Nutzern auch so gehen und das Unternehmen hat, rein aus dem gesunden Menschenverstand heraus, ein gutes Potential.


  • Kill your darlings
    Ein häufiger Anfängerfehler ist, zu schnell zu gierig zu werden und Warnsignale zu riskieren. Auch Aktien, an die Du stark glaubst, können aufgrund unerwarteter externer Effekte fallen und gerade am Anfang ist es wichtig ein gutes Plus beim Verkauf mitzunehmen, um nicht die Lust am Traden zu verlieren. Steige anfangs also lieber bei z.B. 10 % Gewinn aus, anstatt den Ausstiegspunkt zu verpassen und am Ende ins Minus zu rutschen.


  • Ruhig bleiben
    Lass Dich nicht irritieren, wenn eine Aktie anfänglich nicht gut läuft und der Aktienkurs auch mal abrutscht. Du hast Dir die Aktie vorher gut angeschaut und wohl überlegt investiert. Vertrau Deinem Bauchgefühl und Deinen Recherchen.



Mehr Anlagetipps gibt es in unserer ersten Print-Ausgabe, in der die, leider kürzlich verstorbene, „Börsen-Oma“ Beate Sander in einem ihrer letzten Interviews mit uns über Evergreen-Aktien und ihre Hoch-Tief-Mut Strategie spricht, durch die sie zur Multimillionärin wurde. Hier geht’s zur Print-Ausgabe.


*Brad M. Barber / Terrance Odean (2001), Boys Will Be Boys: Gender, Overconfidence, and Common Stock Investment, Quarterly Journal of Economics.

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